Betrieb eingestellt

Moskaus wichtigste Raffinerie fällt monatelang aus

Ausland
24.06.2026 15:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schlechte Nachricht für Wladimir Putin und die russische Bevölkerung vor allem im Großraum Moskau: Die wichtigste Raffinerie der Hauptstadt ist im Zuge eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs so stark beschädigt worden, dass sie wohl für den Rest des Jahres ausfällt. Dabei ist Sprit jetzt schon Mangelware ...

Die Anlage am südlichen Stadtrand von Moskau ist in der Vorwoche – höchstwahrscheinlich durch versehentliche Treffer der eigenen Luftabwehr –  so schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, dass die Produktion in den kommenden Monaten nicht wieder aufgenommen werden kann. „Die Reparatur wird mindestens ein halbes Jahr dauern“, erklärten Insider am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Betreiber Gazprom Neft reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Anlage war in den vergangenen Wochen zweimal getroffen worden und musste den Betrieb einstellen.

Sprit-Krise in Russland spitzt sich immer weiter zu
Der Ausfall der Raffinerie macht es für Russland schwerer, dem akuten Spritmangel im Land zu begegnen. Schon jetzt wird Sprit rationalisiert, landesweit kommt es an Tankstellen zu langen Warteschlangen, in denen teilweise sogar Schlägereien ausbrechen. Auf der annektierten Halbinsel Krim sind Benzin und Diesel für Privatpersonen und -Unternehmen gar nicht mehr zu haben, sondern werden nur noch an staatliche Organe ausgegeben.

Ukraine attackiert systematisch Energieinfrastruktur
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur mit Langstreckendrohnen zuletzt intensiviert. Russland greift seinerseits weiterhin Energie- und Rüstungsziele in und um ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen an. Die ukrainischen Treffer haben jedoch einen erheblichen Teil der russischen Raffineriekapazitäten lahmgelegt.

Die Raffinerie in Moskau, die nun für mehrere Monate lahmgelegt ist, produzierte den jüngsten verfügbaren Daten zufolge im Jahr 2024 fast drei Millionen Tonnen Benzin sowie 3,2 Millionen Tonnen Diesel.

Kreml erwägt Exportverbot
Angesichts der Versorgungskrise erwägt die Regierung in Moskau ein Exportverbot für Diesel, wie der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak am Dienstag mitteilte. Einem Bericht der Zeitung „Wedomosti“ zufolge werden zudem Treibstoffimporte geprüft. Dies gelte insbesondere für die Halbinsel Krim, wo der Verkauf von Benzin an Privatkunden kürzlich bereits ausgesetzt wurde.

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