Der deutsche Rüstungsbauer hat einen historisch schlechten Tag an der Börse erlebt. Die Aktie setzte seinen Negativlauf fort und stürzte um knapp 18 Prozent ab. Urheber der Bruchlandung ist ausgerechnet die deutsche Bundesregierung ...
Rumms! Rheinmetall hat den schlimmsten Tag an der Börse seit 25 Jahren erlebt, weil ein Rüstungsprojekt der Bundeswehr für neue Fregatten kurzfristig über den Haufen geworfen wurde. Ein entsprechender Bericht des „Spiegel“ wurde vom Verteidigungsministerium bestätigt.
Anleger reagierten entsprechend – und das Wertpapier stürzte ab. Berlin beendete das milliardenschwere Projekt für sechs Fregatten des Typs F126 wegen erheblicher Verzögerungen sowie absehbarer Kostensteigerungen und Risiken. Rheinmetall stand kurz vor einem Vertragsabschluss.
Desaster für Rheinmetall
Es wäre der größte Kriegsschiffsauftrag Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg gewesen. Stattdessen werden nun acht Fregatten des Typs Meko A-200 DEU von TKMS beschafft.
Für Rheinmetall ist dies ein Desaster. Die Aktie brach um 17 Prozent ein und notierte nun auf dem tiefsten Niveau seit April des Vorjahres. Damit setzt sich ein Negativtrend fort. Im Vergleich zum Höchststand im Oktober 2025 hat das Wertpapier rund 50 Prozent verloren.
Ein „herber Rückschlag“, sind sich Analysten einig. Der Auftragswert wird auf rund zwölf Milliarden Euro beziffert. Manchen Experten zufolge wurde Rheinmetall sein „Kronjuwel“ genommen. Besonders kritisch wird aber der Vertrauensverlust in die deutsche Rüstungsbeschaffung gesehen. Die Stornierung sei „völlig unerwartet“ gekommen und untergrabe die Planungssicherheit, schrieb Marie-Ange Riggio von Morgan Stanley.
Neue Konkurrenz an der Börse
Der erwartete Börsengang von Panzerhersteller KNDS setzt Rheinmetall zusätzlich unter Druck. Das Unternehmen strebt in den kommenden Wochen eine Doppelnotierung an den Börsen in Paris und Frankfurt an, um vom aktuellen Aufrüstungsboom in Europa zu profitieren.
Der Düsseldorfer Konzern, Europas größter Munitionshersteller, gilt als wichtigster Rivale von KNDS bei Landsystemen. Der Schritt fällt in eine Phase stark steigender Verteidigungsausgaben in Europa. Auslöser sind der Krieg in der Ukraine und Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Sicherheitsgarant.
Gleichzeitig gerät die Branche in den Fokus der Wettbewerbshüter. Die deutsche Monopolkommission warnte, dass staatliche Rüstungsaufträge auf zu wenige Anbieter konzentriert seien. Dies schwäche den Wettbewerb und kann die Kosten in die Höhe treiben.
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