Nazi-Parolen und ein mutmaßlich gewalttätiger Angriff auf einen Taxifahrer rund um das Stiftungsfest der Burschenschaft Leder in Leoben sorgen aktuell für Wirbel. Der Leobner Bürgermeister Kurt Wallner verurteilt die Vorfälle aufs Schärfste und zieht jetzt Konsequenzen.
Das 140. Stiftungsfest der Leobner Burschenschaft Leder am vergangenen Wochenende hat schon im Vorfeld für Wirbel gesorgt, weil der rechtsextreme deutsche Politiker Matthias Helferich als Festredner geladen war. Die Montanuni distanzierte sich von der Veranstaltung, man habe damit nichts zu tun.
In der Nacht auf Samstag soll es dann zu dramatischen Szenen gekommen sein. Ein Taxifahrer soll von Burschenschaftern brutal zusammengeschlagen und rassistisch beschimpft worden sein. Zuvor sollen sie während der Fahrt mehrmals „Sieg Heil“ gerufen haben, woraufhin der Taxilenker die Fahrt nicht mehr fortsetzen wollte. Die Polizei bestätigte dahingehende Ermittlungen. Laut einem Bericht des „Standard“ ist auch das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) involviert.
„Zutiefst verstörend“
Am Montag reagierte nun auch die Stadt Leoben bzw. SPÖ-Bürgermeister Kurt Wallner in einer Aussendung. „Die Vorwürfe rund um NS-Parolen, Wiederbetätigung und Gewalt gegen einen Taxilenker sind zutiefst verstörend und auf das Schärfste zu verurteilen. Dafür gibt es in Leoben keinen Platz. Ich spreche dem betroffenen Taxilenker meine volle Solidarität aus“, heißt es unter anderem im Statement des Stadtchefs.
Die Stadt Leoben zieht nun auch konkrete Konsequenzen aus dem Vorfall: „Es wird künftig keine Vermietung städtischer Räumlichkeiten an die Burschenschaft Leder und auch nicht an andere politisch extremistische Organisationen geben.“
Weitere politische Reaktionen
Auch die Sozialistische Jugend Österreich meldete sich am Montag zu Wort „Die Vorfälle rund um die Burschenschaft Leder zeigen einmal mehr, dass deutschnationale Burschenschaften keine harmlosen Traditionsvereine, sondern rechtsextreme Netzwerke sind“, sagt Vorsitzende Larissa Zivkovic.
Ins selbe Horn stößt die grüne Leobner Gemeinderätin Susanne Sinz: „Leoben ist eine Stadt des Zusammenlebens, der Universität, der Arbeit und der Vielfalt. Dieses Bild lassen wir uns nicht von jenen beschädigen, die unter dem Deckmantel von Tradition rechtsextreme Netzwerke normalisieren wollen.“
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