Russische Luftangriffe
Kiew schutzlos: Bub (3) und Großeltern getötet
Russland nutzt die Machtlosigkeit der Ukraine gegen ballistische Raketen aus: In der Nacht hat die russische Armee neue Luftangriffe auf Wohngebiete getätigt. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet, darunter auch ein Kind.
Bei einer Attacke auf den Kiewer Vorort Browary seien Großvater, Großmutter und deren drei Jahre alter Enkelsohn getötet worden, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ein Person wurde zudem bei einem Angriff mit sechs ballistischen Raketen auf zivile Infrastruktur in Kiew getötet. Vier weitere Menschen seien verletzt ins Spital gebracht worden.
Neben ballistischen Raketen kamen der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte laut den Behörden auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz. Ein Wohnhaus, mehrere andere Gebäude und Autos wurden beschädigt.
Wieder keine Rakete abgefangen
Erst vor wenigen Tagen waren bei einer Bahnstation in Browary acht Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. Schon die Angriffswelle in der Nacht auf Mittwoch mit zahlreichen Toten in Kiew und Umgebung hatte die derzeitige Schutzlosigkeit der Ukraine gegenüber ballistischen Raketen der Invasoren einmal mehr offengelegt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte die russische Armee Dutzende ballistische Raketen verschiedener Typen ein, von denen keine einzige abgefangen werden konnte.
Das russische Militär sprach nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.
Ukraine fehlt Munition
Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme.
Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Munition. Ein Grund dafür: Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die weltweiten Munitionsbestände zusätzlich verknappt. In Kiew wächst die Furcht, dass ungehinderte Raketenangriffe im kommenden Winter die Infrastruktur des Landes erneut schwer schädigen und die Menschen in der Ukraine in noch größere Not bringen könnten.

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