Eh klar, Bundeskanzler Stocker hat es nicht so gemeint. Er wollte die Doppelbelastung von Frauen durch Karriere und Kindererziehung nicht kleinreden. Er hat nur gemeint, dass Familie, dass Kinder in erster Linie eine emotionale Sache, eine Frage der Liebe und des Zusammenhalts wären.
EINERSEITS hat er da ja recht. Als Vater von sechs Kindern weiß der Autor dieser Zeilen, welcher Quell der Freude Kinder sein können. Dass sie nicht nur göttlichem Auftrag – „Gehet hin und mehret euch“, heißt es in der Bibel – sondern eben auch dem Naturgesetz der Fortpflanzung entsprechen. Und wie es Frank Schirmacher, verstorbener Herausgeber der FAZ, einmal formulierte: Empathie lernt der Mensch nur in der Familie.
ANDERERSEITS stehen Frauen heute wirklich vor dem Dilemma, Karriere, Kinder, Partnerschaft und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Auch das ist dem Autor als Vater zweier kluger und karrierebewusster Töchter durchaus bewusst. Und da ist natürlich neben der emotionalen Komponente der Mutterliebe die Mehrfachbelastung, schier endloser Arbeitseinsatz und vielerlei Sorgen ein unleugbares Faktum. Deshalb ist Kindererziehung nicht nur eine sehr fordernde, sondern vor allem eine höchst verantwortungsvolle Arbeit.
Und zu schaffen ist diese nur mithilfe des männlichen Partners, des Vaters also, durch gesellschaftliche Wertschätzung und möglichst große Unterstützung seitens des Staates.
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