Goldene Nicas

Ars Electronica diskutiert über „Menschlichkeit“

Oberösterreich
22.06.2026 15:30

Der Oscar ist der bekannteste Filmpreis der Welt. Und: Die Goldene Nica ist der bedeutendste Preis für Medienkunst. Heuer ritterten 4329 Medienschaffende aus 106 Ländern um die begehrte Trophäe, die alljährlich in mehreren Kategorien bei der Ars Electronica in Linz vergeben wird. Die Preisträger stehen jetzt fest.

Das Medienfestival Ars Electronica, das von 9. bis 13. September stattfindet, stellt heuer das Motto „Zukunft beginnt“ in den Fokus, mit dem Untertitel „Negotiating Humanity/Für Menschlichkeit eintreten“.

Auch die prämierten Arbeiten des Prix Ars Electronica lassen sich im Kontext dieses Themenfeldes betrachten. Bereits im Jänner wurde der Open Call gestartet, vor Kurzem tagte die Jury. Obwohl die Verleihung der Goldenen Nicas erst während des Festivals stattfindet, stehen die Preisträger bereits fest.

Männlichkeitswahn auf dem Prüfstand
Aus insgesamt 4329 Einreichungen aus 106 Ländern wurden Hauptpreise und Anerkennungen in den vier Kategorien New Animation, Digital Humanity, Interactive Art und u19 – create your world vergeben.

Begehrte Trophäe: Goldene Nica-Statue
Begehrte Trophäe: Goldene Nica-Statue(Bild: Ars Electronica / Martin Hieslmair)

Herausragend: eine Goldene Nica für den Film „Deer Hunter“ des US-Amerikaners Andrew Herzog. Was wie ein Computerspiel klingt, ist eine filmische Dokumentation, die sich mit Männlichkeitsbildern in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzt.

Dekolonialisierung – zumindest im Internet
In der Kategorie „Digital Humanity“ wurde „Summit Share“ ausgezeichnet, ein Dekolonialisierungsprojekt aus Sambia/Afrika in Kooperation mit einem schwedischen Team. Ausstellungsobjekte im Museum werden dabei (wieder) mit ihren Herkunftsgeschichten (Oral History) verknüpft.

Auszeichnung für das u19-Projekt „Rückgang des Gletschers Pasterze“ von Romina Adler: ...
Auszeichnung für das u19-Projekt „Rückgang des Gletschers Pasterze“ von Romina Adler: Zeichnungen basieren auf wissenschaftlicher Beobachtung und Datenmaterial.(Bild: Romina Adler/Ars Electronica)
Navigierbare Karte des Gaza-Streifens in „A Cartography of Genocide“, ein Preisträger-Projekt
Navigierbare Karte des Gaza-Streifens in „A Cartography of Genocide“, ein Preisträger-Projekt(Bild: Julian Lee)

Auch Krieg im Gazastreifen ist Thema
In der Kategorie „Interaktive Kunst“ wurde ein Projekt prämiert, das sich mit dem Krieg im Gazastreifen auseinandersetzt. Damit hält auch eine politische Debatte Einzug ins Festival, die Fragen zu Terror, Krieg, Menschenrechten, Genozid oder auch Antisemitismus aufwirft. Dazu gibt es im Herbst auch die Konferenz „Antisemitismus im digitalen Zeitalter“ (12. September).

Festival wird neu aufgestellt
Nachdem die PostCity – das Postverteilzentrum neben dem Linzer Hauptbahnhof – nicht mehr als Veranstaltungsort zur Verfügung steht, wandert das Festival Ars Electronica im Herbst wieder in die Innenstadt und bespielt mehr als 30 Locations. Die preisgekrönten Arbeiten werden im Kunstmuseum Lentos zu sehen sein – eine von drei großen Ausstellungen.

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