250 Jahre Albertina

Ansturm auf Albrecht Dürers originalen Feldhasen

Kultur
18.06.2026 17:00

Die Albertina in Wien feiert den „250er“ mit der Schau „Sammeln für die Zukunft“. Und zeigt Dürers „Feldhase“. Eine Ausstellung über das Werden und die Zukunft der grafischen Sammlung.

Er ist 524 Jahre alt, sehr lichtempfindlich und fragil, fühlt sich vor allem im Dunkel seines Depots putzmunter und darf nur alle fünf bis zehn Jahre in die Öffentlichkeit: Albrechts Dürers „Feldhase“ von 1502, der Welt berühmteste Naturstudie der Kunstgeschichte, ist seit 2019 erstmals wieder im Original zu sehen. Bis Oktober 2026. Albertina-Generaldirektor Ralph Gleis erwartet einen Sturm auf das „Markenzeichen“ des Hauses: „Viele glauben, sie hätten das Original gesehen. Aber das war bisher insgesamt nur zehnmal ausgestellt!“

Film über die Zukunft
In der von Gleis und Christof Metzger kuratierten Ausstellung ist der „Hase“ von Ikonen der heute 1,5 Millionen Objekte umfassenden Sammlung umringt: weltberühmten Zeichnungen, Aquarellen, Drucken von Dürer – berühmte Blätter wie „Adam & Eva“ und das „Rhinozeros“ in verschiedenen Druckzuständen! –, Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel d. Ä., Rembrandt, Rubens, van Dyck, Raffael, Michelangelo, Tiepolo bis zum Impressionismus, zu Klimt & Schiele und bis zur Gegenwart. Über die Zukunft des Hauses drehte die Italienerin Rosa Barba einen Film.

Anfänge der Sammlung: Herzog Alberts Haus auf der Augustiner Bastei, 1816
Anfänge der Sammlung: Herzog Alberts Haus auf der Augustiner Bastei, 1816(Bild: © ALBERTINA, Wien)
Rubens, Nikolaus Rubens mit Koralalnekette, 1619
Rubens, Nikolaus Rubens mit Koralalnekette, 1619(Bild: © ALBERTINA, Wien)
Klassische Moderne: Emil Nolde, Die Wintersonne (Tempera und Aquarell, 1908)
Klassische Moderne: Emil Nolde, Die Wintersonne (Tempera und Aquarell, 1908)(Bild: © ALBERTINA, Wien)
Highlight: Egon Schiele, Aktselbstbildnis, 1910
Highlight: Egon Schiele, Aktselbstbildnis, 1910(Bild: © ALBERTINA, Wien)
Albertina-Gründer: Albert von Sachsen- Teschen...
Albertina-Gründer: Albert von Sachsen- Teschen...(Bild: © ALBERTINA, Wien)
... und seine Frau Marie Christine
... und seine Frau Marie Christine(Bild: © ALBERTINA, Wien)

Galoppierende Kosten
Gleis: „Die Kosten galoppieren uns zwar im Moment davon. Aber verlassen uns nicht nur auf Staatssubventionen, gestalten unsere Zukunft mit. 1,5 Millionen Besucher im Jahr garantieren eine Eigenfinanzierung von 60 Prozent. Wir bekommen jährlich etwa 700 Schenkungen, beobachten Kunst-Entwirklungen und kaufen dementsprechend.“

„Sammeln für die Zukunft“ erzählt spannend von der Gründung der Albertina durch Herzog Albert von Sachsen-Teschen und seine Frau, Erzherzogin Marie Christine, Tochter Kaiserin Maria Theresias, im Jahr 1776, als der Venezianer Graf Durazzo 10.000 kostbare Grafiken für sie zusammentrug.

500 Zeichnungen – so auch der „Feldhase“ – überließ die k.k. Hofbibliothek 1796 Albert im Tausch gegen Druckgrafiken. 1919 übernahm der Staat die Sammlung von Erzherzog Friedrich. Herzog Albrechts von der Aufklärung geprägte Vorstellung, die Privatsammlung für alle zu öffnen, wurde Wirklichkeit. Ab 1999 wurde die Albertina in mehreren Schüben um die Fotosammlung, die Bestände des Museums Essl und die Albertina Modern im Künstlerhaus erweitert (bis 11. Oktober).

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