Salzburger Festspiele

Mozarts herrlich kühne Liebesspiele ganz in Weiß

Kritik
07.08.2026 15:44

Die Wiederaufnahme der jetzt vollwertig gegebenen Pandemie-Produktion von Mozarts „Così fan tutte“ wird im Großen Salzburger Festspielhaus gefeiert. Christof Loys Regie und die spielfreudigen Sänger begeistern. 

kmm

Despina trägt blauen Mundschutz, wenn sie mit ihrem riesigen Dr. Mesmer-Wunderstein die zappelnden Boys von ihrer vorgetäuschten Vergiftung kurieren soll.

Es ist ein zarter Hinweis auf den Ursprung dieser Produktion: Im Covid-Sommer 2020 wurde Mozarts Partnertausch-Treueprobe zur pausenlosen Fassung konzentriert, um in der Pandemie spielen zu können.

Jetzt kam die einst beglückt gefeierte Produktion in üblicher Größe auf den Festspielprüfstand zurück – und bestand blendend.

Zu verdanken ist das vor allem der auch in der Langstrecke überzeugenden Inszenierung von Christof Loy. Er erweist sich einmal mehr als Meister einer durchdachten, feinfühligen Personenregie. Ein weißes Portal mit zwei Türen (Bühne: Johannes Leiacker) vor einer weiten weißen Spielfläche, die in Stufen zum Orchestergraben abfällt – mehr benötigt Loy nicht, um lebendig, frisch, mätzchenfrei, zwischen Witz und Tragik fein ausbalanciert, die Geschichte zu erzählen.

Sein Glück dazu ist das wunderbar spielfreudige Ensemble, das sich zu 2020 nur in der Besetzung der Dorabella mit der etwas kompakt leuchtenden Victoria Karkacheva geändert hat. Der präsente Spielmotor bleibt Johannes Martin Kränzle als hintergründiger, scharf zynischer Don Alfonso. Ihm gleichauf ist die entzückende Lea Desandre als gewitzte Despina.

Elsa Dreisig glänzt als Fiordiligi. Stürmt behände durch ihre „Come scoglie“-Arie, während sie sich im Rondo ein wenig müht. Andrè Schuen balzt sich tüchtig, doch stimmlich nicht ganz frei durch die sonst gestrichene „Rivolgete a lui lo sguardo“-Arie, darf sich dafür „Donne mie, la fate a tanti“ sparen. Bogdan Volkovs Ferrando ist aus zerbrechlich lyrischem Mozart-Tenorholz geschnitzt.

Am Pult schlägt sich Joana Mallwitz metronom-tüchtig, dabei elegant grazil, gleich einer Gottesanbeterin durch die Partitur. Da wird an vielen Details herumgeputzt, ohne jedoch einen tatsächlichen Kurs zu zeigen. Auch klingt dieser Mozart allzu eng geatmet und steif. Das provoziert manche kleine Reiberei mit den Sängern. Im Klang der ausgezeichneten Wiener Philharmoniker bekommt man von harsch bis zart alles serviert. Dem Publikum gefiel diese Vollwert-„Così“ ganz ohne Maske jedenfalls bestens.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung