Nach der Anzeige durch das Land steht der Vorwurf des Betrugs im Raum. Die Betreiberin soll sich durch Scheinabrechnungen unrechtmäßig bereichert haben.
Bernd Strobl wurde am Montag klassisch von der Aktualität überholt. Nahezu zeitgleich, als der ÖVP-Klubobmann von SPÖ-Soziallandesrat Leonhard Schneemann „Antworten zum Verdacht des Machtmissbrauchs im Pflegesektor“ einforderte, wurde publik, dass die Staatsanwaltschaft Eisenstadt im Fall des Pflegeheims Rudersdorf Ermittlungen wegen Betrugs aufgenommen hat.
Das Land hatte Betreiberin Petra Wagner angezeigt, weil in der Einrichtung u. a. bei der Personalabrechnung Ungereimtheiten festgestellt worden sein sollen. Die Tagsatzvereinbarung mit dem Heim wurde durch das Land bereits per 31. Juli aufgekündigt, da das Vertrauen verloren gegangen sei.
Strobl hatte Schneemann ein „Ultimatum“ gestellt: Er solle binnen einer Woche darlegen, warum das Land das Pflegeheim Rudersdorf erwerben wollte und welche Beanstandungen konkret dokumentiert wurden.
1,4 Millionen Euro für 18 Klienten
Der Landesrat reagierte noch am selben Tag. „Die ÖVP macht sich zum Handlanger schamloser Geschäftemacherei“, so Schneemann, der auch Zahlen nannte: Der hochgerechnete jährliche Schaden für die Steuerzahler und Gemeinden belaufe sich auf rund 270.000 Euro. Gleichzeitig seien jährlich 1,4 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in die Einrichtung für gerade einmal 18 Klienten geflossen. „Geld, das offenbar direkt in den privaten Luxus der Betreiberin investiert wurde.“
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