Am Freitag ist im Föhrenwald in Niederösterreich zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ein Großfeuer ausgebrochen. Luftaufnahmen von 12.50 Uhr zeigen, wie sich die anfangs noch kleinere Rauchsäule ausbreitet. Die „Krone“ hat mit dem Piloten Stefan Pölzlbauer gesprochen, der den Moment eingefangen hat.
Die Aufnahmen seien direkt über dem Föhrenwald entstanden, sagte Pölzlbauer im Gespräch mit der „Krone“. Er sei zu diesem Zeitpunkt auf dem Rückflug von einem Überprüfungsflug nach Wiener Neustadt gewesen. Da habe er den Rauch entdeckt und gemeldet. Soweit er wisse, habe das vor ihm niemand gemacht. Eine Meldung sei die übliche Vorgehensweise als Pilot, sagte Pölzlbauer, der beim Flugzeughersteller Diamond Aircraft in Wiener Neustadt arbeitet.
Die Ausbruchsstelle war in St. Egyden am Steinfeld – nicht weit von dem Feuer entfernt, das erst vor wenigen Tagen im Föhrenwald gelöscht worden war. „Mittlerweile ist es viel größer. Ich hatte schon das erste Feuer gesehen, aber vom Gleitschirm aus“, sagte Pölzlbauer. Sein Rückflug nach Wiener Neustadt verlief komplikationslos.
Diese Bilder des Waldbrands hat der Pilot aus der Luft aufgenommen:
Wie berichtet, rückten zahlreiche Feuerwehren aus, um die Flammen zu löschen. Eine Rauchsäule war kilometerweit zu sehen, der Wind erschwerte die Arbeiten der Einsatzkräfte. Häuser und Wohnungen mussten geräumt werden. Man habe eine Notunterkunft für die Bewohnerinnen und Bewohner eingerichtet, teilte das Rote Kreuz mit. Dieses war mit mehreren Fahrzeugen und einem Kriseninterventionsteam vor Ort.
Ein Gasthaus in dem betroffenen Gebiet musste schließen, mehrere Straßen in der Umgebung wurden gesperrt. Die Gemeinde berief den Krisenstab ein, wie Vizebürgermeister Johannes Tinhof (SPÖ) sagte.
Erste Entwarnung und teilweise Rückkehr der Evakuierten
Am Freitagabend gab es eine erste Entwarnung: „Die Riegelstellung rund um den Brand kann aktuell gehalten werden. Daher gibt es auch keine weitere Ausbreitung. Das kann sich natürlich wetterbedingt schnell ändern“, sagte Klaus Stebal vom Landesfeuerwehrkommando.
Um 19 Uhr kam auch die gute Nachricht, dass ein Großteil der Evakuierten wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen darf. „Nur einige Bewohner der Kamper-Siedlung müssen noch abwarten“, heißt es dazu vonseiten der Bezirkshauptmannschaft.
Erst am Mittwoch vor einer Woche hatte sich ein Brand im Föhrenwald auf der gegenüberliegenden Seite auf ungefähr 100 Hektar ausgedehnt. Dieses Feuer wurde am Sonntagabend gelöscht. Der Auslöser dürfte Phosphor in Munitionsteilen einer Fabrik gewesen sein, die Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengt wurde.
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