Bei Gyn & Dermatologie

Kassenärzte arbeiten an der Kapazitätsgrenze

Kärnten
14.06.2026 14:00

Monatelanges Warten oder gleich Aufnahmestopp? Wer in Kärnten einen Facharzttermin braucht, sucht oft nach der Nadel im Heuhaufen. Denn jeder dritte Mediziner klagt über zu volle Warteräume und nimmt keine neuen Patienten mehr auf.

Zwei von drei Kassenärzten nehmen keine neuen Patienten mehr auf. Das zeigt eine aktuelle Studie der Plattform krankenversichern.at. Gemeint sind damit vor allem Frauen- und Hautärzte, denn davon gibt es einerseits offenbar weniger, als gebraucht und andererseits sind sie besonders gefragt.

Neurologen und Radiologen weniger „gut gebucht“
Allerdings zeigt die Studie auch, dass der Aufnahmestopp bei Kassenärzten schon lange kein Randphänomen einzelner Fächer ist. Auch in den Bereichen HNO (36,9 Prozent) Psychiatrie (33,3 Prozent) und Orthopädie (32,4 Prozent) müssen Patienten geduldig sein – oder auf einen Wahlarzt setzen. Sebastian Arthofer, Geschäftsführer von krankenversichern.at: „Wenn in der typischen Fachrichtung rund jede dritte Kassenpraxis keine neuen Patienten mehr aufnimmt und in manchen Fächern sogar zwei von drei, dann reden wir nicht über Einzelfälle, sondern über ein strukturelles Kapazitätsproblem.“ 14 Fachrichtungen wurden untersucht. Die besten Chancen auf einen Termin als Neu-Patient hat man in Kärnten übrigens in der Radiologie, Neurologie oder der Pulmologie. Hinzu kommt ein Stadt-Land-Gefälle.

Das Grundproblem sieht er übrigens nicht beim Unwillen der Mediziner. Ganz im Gegenteil stehen sie zwischen dem demografischen Wandel und der alternden Gesellschaft einerseits und einem sinkenden Angebot mit leeren Kassenstellen andererseits. Arthofer: „Ein strukturelles Problem lösen wir nicht über Nacht, aber Transparenz ist der erste Schritt.“

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