Der Wiener Baustellensommer steht dieses Jahr schon ganz im Zeichen der S-Bahn-Sperre ab Herbst. Auch seitens der Stadt und der Wiener Linien leugnet niemand: Bei Wegen durch die Stadt bahnt sich eine historische Belastungsprobe an.
Ungefähr drei Wochen noch, dann kippt Wien Stück für Stück in den Baustellensommer: Den Anfang machen die Sperren von U4 und Badner Bahn gleich ab dem ersten Ferienwochenende Anfang Juli, spätestens zwei Wochen später laufen dann alle Großbaustellen (siehe Grafik unten) auf Hochtouren.
“Wir machen das nicht, weil es gar so lustig ist“
Autofahrern werden die Gleisbauarbeiten am Ring und noch mehr die Sanierung der Floridsdorfer Brücke Nerven kosten, Öffi-Nutzern neben U4 und Badner Bahn auch die U3-Unterbrechung – und beiden die umfangreichen Umbauarbeiten auf Währinger Straße, Spitalgasse und Nußdorfer Straße, die am Alsergrund alle sieben lokale Bim-Linien lahmlegt.
„Wir machen das nicht, weil wir lästig sein wollen, oder weil es gar so lustig ist“, unterstrich Gudrun Senk, Technik-Geschäftsführerin der Wiener Linien, bei der Präsentation der Pläne. Man müsse vielmehr heuer durch die sommerlichen Bauarbeiten auch sicherstellen, dass die Sperre der S-Bahn-Stammstrecke ab Herbst „verdaubar“ wird.
Vorbauen für dichteren U4-Takt
Die U4-Bauarbeiten sollen etwa garantieren, dass die grüne Linie danach zuverlässig im Takt von 2,20 Minuten die S-Bahn-Sperre abfedern kann. Auch der laufende Ausbau des 18ers soll dabei helfen. Sie könne sich „nicht erinnern“, dass der städtische Verkehr jemals einer solchen Belastungsprobe ausgesetzt gewesen wäre, räumte Senk ein.
Wenn wir schon etwas sperren, wollen wir, dass mit einer Baustelle gleich mehrere Aufgaben auf längere Zeit abgefrühstückt sind.

Baustellenkoordinator Christian Zant
Bild: Klemens Groh
Auch Wiens Baustellenkoordinator Christian Zant sprach von „sportlichen Vorgaben“ für die Bauvorhaben des Sommers: Zusätzlich zu den gemeinsamen Baustellen mit den Wiener Linien stehen auch Umgestaltungen auf der Brünner Straße, der Landstraßer Hauptstraße und weiteren Teilen der Äußeren Mariahilfer Straße an. Einen Überblick gibt es auf wien.gv.at bzw. wienerlinien.at.
„Noch nie so eine gute Zusammenarbeit“
Zum Trost: Zant unterstrich, dass es zwischen allen Beteiligten – von Wasser über Wien Energie und Telekom bis zu Wiener Linien und ÖBB – „noch nie so eine gute Zusammenarbeit wie heute“ gegeben habe. Die Bevölkerung profitiere davon, weil so mit einer Baustelle „gleich mehrere Aufgaben abgefrühstückt sind“. Senk nannte die Baustelle am Alsergrund als Beispiel: Dort werde auch die künftige U-Bahn vorbereitet, „damit wir dann nicht noch einmal aufgraben müssen.“
Ohne die leeren Stadtkassen wären die Baustellen wohl noch umfangreicher. Zant räumte ein, dass man sich fallweise mit vorläufigen Sanierungen behelfe, wo man auch an große Erneuerungen denken könnte. Ohnehin, so wiederum Senk, müsse man sich vergegenwärtigen: „Es ist nie vorbei.“ Zumindest aber gaben beide ihr Wort: Der Sommer 2027 wird ohne U4-Sperre auskommen.
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