Impulstanz

Farbenprächtiges und politisch geladenes Spektakel

Kultur
09.06.2026 14:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Impulstanz-Festival bietet heuer zwölf Uraufführungen und einen Südkorea-Fokus. Die 43. Ausgabe des Wiener Tanzfestivals bietet zwischen 9. Juli und 9. August 56 Produktionen in 15 Spielstätten sowie zwei Feste im Arkadenhof des Rathauses.

Das Programm ist gewohnt dicht: 56 Produktionen in 15 Spielstätten,  darunter 12 Uraufführungen und 29 Österreichische Erstaufführungen sowie rund 250 Workshops angeboten. Diese beeindruckenden Zahlen präsentierte Impulstanz-Intendant Karl Regensburger am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Burgtheater, bei der auch auf zwei Partyabende am 7. und 8. August im Arkadenhof des Wiener Rathauses besonders hingewiesen wurde.

Der griechische Choreograf Christos Papadopoulos ist einer der internationalen Tanzstars, die sich beim kommenden Festival erstmals dem Wiener Publikum vorstellen werden. Seine Eröffnungsproduktion „My Fierce Ignorant Step“ (am 9. und 10. Juli im Volkstheater) sei „das Resultat des Umstands, dass ich mich in den vergangenen Jahren nicht gemocht habe“, sagte der 1982 geborene Shootingstar, der in Amsterdam studiert hat. Herausgekommen sei „kein fröhliches Stück, aber ein Abend, der zeigt, dass man gemeinsam etwas tun kann“.

Tanz und Performance aus Südkorea
Doch nicht nur viele neue Produktionen seien zu erleben, auch 20 Companies präsentierten sich erstmals in Wien, betonte Regensburger. Ein Schwerpunkt ist Tanz und Performance aus Südkorea gewidmet. Die koreanische Choreografin Eun-Me Ahn, die „oft als Asiens Pina Bausch bezeichnet wird“, zeigt im Burgtheater am 30. Juli und 1. August ihr neues Stück „Post-Orientalist Express“, das als „ebenso farbenprächtiges wie politisches, energiegeladenes Spektakel“ angekündigt wurde. Ihre zweite Produktion „North Korean Dance“ (3. und 5.8. im Volkstheater) beschäftigt sich mit der Teilung Koreas. Ergänzt wird der Schwerpunkt von der aus Korea stammenden Wiener Künstlerin Hyeji Nam.

Dramaturgin Chris Standfest freute sich darüber, dass die Kooperation mit dem mumok heuer noch ausführlicher geworden sei. „Ich glaube, das Haus öffnet sich unter der neuen Leitung von Fatima Hellberg viel mehr der Idee des Performativen und der Begegnung.“ Acht Positionen werden heuer im Museum gezeigt, die meisten im weißen Vorraum des mumok-Kinos. Nachdem das Festival seit jeher auch die Nachwuchsförderung groß schreibt (auch heuer gibt es die [8:tension] – Young Choreographers‘ Serie), kam am Podium auch die von der Stadt angekündigte Streichung der Mehrjahresförderungen zur Sprache. So hielt der Choreograf, Performer und Research-Project-Dozent Ian Kaler ein Plädoyer für Nachhaltigkeit von Unterstützungen und erhielt dafür viel Zuspruch.

  Im dichten Programm finden sich nicht nur in der Reihe ImPulsTanz Classic viele prominente alte Bekannte: So werden u.a. Anne Teresa De Keersmaeker, Louise Lecavalier, die Cie. Maguy Marin, Ultima Vez / Wim Vandekeybus und die Trisha Brown Dance Company gemeinsam mit dem Merce Cunningham Trust erwartet.

Kostenlose Tanzklassen unter freiem Himmel
Wie schon seit zehn Jahren zeigt ImPulsTanz aber nicht nur Spitzenleistungen auf der Bühne und bringt Tausende Begeisterte in die Workshops, sondern versucht auch niederschwellig Dinge und Menschen in Bewegung zu bringen. Im Mai wurden kostenlose Tanzklassen unter freiem Himmel im Klagenfurter Landhaushof gestartet, seit wenigen Tagen laufen weitere auch beim Linzer Lentos und in der Wiener Seestadt. Von 18. bis 28. Juni folgen der Salzburger Volksgarten sowie zur Festivalzeit dann zahlreiche Locations in Wien wie im Museumsquartier und am Schwarzenbergplatz. Ihr Dezennium feiern Public Moves dann am 8. August mit einem großen Fest (sowie Klassen u.a. in Contemporary. HipHop, Afrobeat & House, Waacking & Voguing) im Arkadenhof. Auch dort ist der Eintritt frei.

Abschließend gab Regensburger noch ein paar Zahlen bekannt: Von der Stadt Wien stammten 4 Mio. Euro Förderung, vom Bund 1,35 Mio. Euro. Dazu kämen Gelder von Sponsoren und Wirtschaftskooperationen sowie rund 1,8 Mio. Euro Einnahmen. Die Eigenfinanzierung liege bei 40 Prozent, sagte der Intendant am Vortag der Budgetrede des Finanzministers. „Ich denke, das ist ein ziemlich ansehnlicher Wert.“

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