Neue „Krone“-Serie

„Du musst im Fußball ständig Leute enttäuschen“

Sport
27.07.2026 08:00

Startschuss für die neue Serie der „Krone“: Wir blicken hinter die Kulissen der Klubs aus der Regionalliga Nord und stellen die Cheftrainer der Salzburger Klubs ganz persönlich vor. Den Auftakt macht Titelhamster Thomas Hofer vom SV Kuchl.

Thomas Hofer macht im Amateurfußball keiner was vor. Seit 1999 ist er im Geschäft und in Salzburg DER Titelhamster schlechthin. Ob Regionalliga, Salzburger Liga oder Landescup: Tom hat alles schon mehrfach gewonnen. Da fragt man sich, wie das Erfolgsgeheimnis des Kuchl-Trainers lautet?

„Das ist schwierig“, grinst er, um dann simpel zu erklären: „Ich habe klare Vorstellungen, wie eine Mannschaft funktionieren soll und auch, welche Spielidee wir haben. Dazu kommen tolle Assistenten.“

Thomas Hofer (li.) im DUell mit Adi Hütter.
Thomas Hofer (li.) im DUell mit Adi Hütter.(Bild: Andreas Tröster)

Gelernt von Heri Weber und Happel-Fan Xandl Holleis
Seit 1999 ist er als Coach tätig, davor sammelte er als Spieler Erfahrungen, etwa mit Puch in der 2. Liga. Lustige Anekdote: Als riesiger „Alf“-Fan konnte es schon mal passieren, dass er erst auf den letzten Drücker zum Training erschien, um keine Folge zu verpassen. „Ich war ein Fan der Serie“, grinst der Sympathieträger. Ob der Trainer Hofer mit dem Kicker glücklich gewesen wäre? „Von der Einstellung im Training schon. Ich habe als Spieler aber sicher nicht das Maximum rausgeholt.“

Dafür sorgt er als Übungsleiter seit vielen Jahren für Furore. „Ich hatte selbst auch gute. Besonders geprägt haben mich Heri Weber, der ein Topprofi war, wenn es um Einstellung und Professionalität ging, und Xandl Holleis, der riesiger Fan von Ernst Happel war.“

Von Greil immer überzeugt gewesen
Inzwischen sind zahlreiche Spieler durch seine Hände gegangen, die den Sprung ins Profigeschäft geschafft haben, darunter Altachs Schaltzentrale Patrick Greil. „Bei ihm habe ich sofort gewusst, dass er es schaffen kann.“ Hofer versteht es, aus seinen Mannen das Maximum rauszukitzeln. Da hilft ihm vielleicht auch, dass er beruflich für 20 Leute verantwortlich zeichnet.

Stellt sich nur die Frage, ob seine Mitarbeiter oder Fußballer einfacher zu handeln sind? „Die Mitarbeiter in der Firma“, schmunzelt er. „Da kennt jeder seine Aufgabe. Und wenn’s nicht funktioniert, kannst du dich jederzeit trennen. Im Fußball musst du hingegen permanent Leute enttäuschen, die hart trainieren, dann aber nicht spielen können.“

Hofer ist ein Fußballverrückter und in Kuchl nicht nur Trainer, sondern auch Manager. Das kostet Zeit und Energie. Vertragsgespräche im Urlaub sind keine Seltenheit. „Es geht nicht anders“, betont er. Gut, dass seine Familie ebenfalls vom Fieber gepackt wurde. „Gott sei Dank lebt meine Frau das mit, sonst würde es nicht funktionieren.“ Früher, so sagt er, war er überehrgeizig. Eine schwere Erkrankung hat ihm 2015 aber vor Augen geführt, dass es Wichtigeres als Fußball gibt. „Das war ein Wendepunkt für mich, ich sehe gewisse Dinge seither nicht so eng.“

An Ambitionen mangelt es dem 56-Jährigen allerdings auch weiterhin nicht, die Nordliga reizt ihn sehr. „Wir haben zwar das geringste Budget, aber auch eine gute Mannschaft, wenn alle fit sind“ Und einen Trainer, dem keiner was vormacht ...

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