Ein Wanderer wollte in Kärnten eine Geiß aus ihrer misslichen Lage befreien. Doch der Mann stürzte dabei selbst 15 Meter über steiles Gelände. Warum die Huftiere selten Hilfe benötigen ...
Zu einem nicht alltäglichen Einsatz musste die Bergrettung am Sonntag ausrücken. Zwei Klagenfurter waren im Remschenig-Graben in der Gemeinde Bad Eisenkappel wandern. Im Bereich des kleinen Felsentores, das sich auf einer Seehöhe von etwa 1500 Metern befindet, begegneten die beiden einer Ziege. „Laut den Aussagen der Freizeitsportler sei das Tier über eine Felsstufe mit Seilversicherung nicht mehr weitergekommen“, gibt die Polizei bekannt.
Der 47-jährige Mann versuchte daraufhin, dem Wiederkäuer über die Felsen zu helfen. Doch seine Tierliebe wurde dem Kärntner zum Verhängnis.
Bei Rettungsversuch in die Tiefe gestürzt
„Der Mann verlor das Gleichgewicht und konnte sich selbst nicht mehr am Seil festhalten. Er stürzte etwa 15 Meter über felsiges Gelände ab und blieb am Boden liegen“, heißt es seitens der Polizei. Seine Begleiterin (40) eilte zu Hilfe und alarmierte sofort die Einsatzkräfte. Der Klagenfurter verlor das Bewusstsein und war nicht mehr ansprechbar. Mit Verletzungen wurde er vom Team des Rettungshubschraubers C11 ins Klinikum Klagenfurt geflogen.
Normalerweise können sich die raffinierten Huftiere gut selbst befreien. „Ziegen sind sehr neugierige und flinke Tiere – ähnlich wie Gämsen. Sie kommen eigentlich gut in steilen Hängen zurecht, wo sie von Landwirten auch gern gehalten werden“, erklärt Eduard Penker vom Schaf- und Ziegenzuchtverband Kärnten.
Tiere werden „zum Arbeiten“ eingesetzt
Die körperlich agilen Vierbeiner sind gerade deshalb auch in Steilhängen unterwegs. „Sie werden zum Schwenden eingesetzt, also zum Beseitigen von unerwünschten Sträuchern oder hartnäckigen Unkräutern auf Weideflächen.“
Sorgen brauche man sich um die Tiere nicht zu machen. „Felsiges Gelände ist das Gebiet der kecken Ziege. Sie brauchen kaum Hilfe, außer sie sind verletzt oder stecken irgendwo fest“, so der Chef des Verbandes.
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