Der Bau im Gasteinertal startete im Jahr 1903 in der Kaiserzeit. Der Zahn der Zeit hat aber auch den Viadukten seine Spuren hinterlassen, weshalb die Arbeiten notwendig wurden. Insgesamt fünf Bauwerke sind betroffen.
Seit 120 Jahren fahren die Züge über die Bahnstrecke der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) im Gasteinertal, auch über fünf große Viadukte, die in Handarbeit Stein für Stein in der Kaiserzeit entstanden sind. Mehr als ein Jahrhundert hat natürlich seine Spuren hinterlassen. „Die Tragwerke haben ein paar Risse bekommen“, erklärt ÖBB-Regionalleiter Gerald Dickinger-Neuwirth beim „Krone“-Lokalaugenschein. Größere Risse werden speziell verpresst. Dieser Vorgang sorgt für langjährige Sicherheit der markanten Bögen bei Bad Hofgastein.
Wege zu den Baustellen mussten errichtet werden
„Die Strukturen werden komplett erhalten. Es wird den Bögen an der Oberseite quasi ein Dach aufgesetzt, dass keine Feuchtigkeit von oben eindringen kann“, sagt Projektleiter Salih Sahin, der gemeinsam mit Projektleiter Robert Obermoser für die Baustelle verantwortlich ist. Der Zeitplan ist straff. Denn bis zur neuerlichen Streckensperre im kommenden Jahr müssen alle Arbeiten an den Viadukten selbst abgeschlossen sein. Dann startet die Sanierung der Gleisanlage, die derzeit bei laufendem Betrieb nicht ausgeführt werden kann. Es kommen neue Gleise und auch die Oberleitungen werden erneuert. Derzeit sind bis zu 35 Arbeiter gleichzeitig an der Baustelle im Einsatz. Lkw bringen im Zehn-Minuten-Takt Beton und alle benötigten Teile.


Um all das überhaupt zur Baustelle beim Hundsdorferviadukt zu bekommen, waren große Vorarbeiten nötig. So musste eigens eine Straße zu den Bauwerken errichtet werden. Auch Sockel für die Kräne mussten erst gebaut werden. Im Februar wurde damit begonnen, um den engen Zeitplan einhalten zu können. Derzeit entsteht die Baustelleneinrichtung beim Weitmoserviadukt, welches in unmittelbarer Nähe zum Hundsdorferviadukt liegt.
Ein Neubau wäre nicht wirtschaftlich gewesen. Die Strukturen der Viadukte werden durch die Sanierung erhalten.
ÖBB-Regionalleiter Gerald Dickinger-Neuwirth
Strecke wird wegen Tunnel ab Februar 2027 gesperrt
Lange gab es Überlegungen, neue Bahnbrücken auf der Strecke zu errichten. „Ein Neubau wäre aber nicht wirtschaftlich gewesen“, erklärt Dickinger-Neuwirth, warum man sich dagegen entschied. Auch einen zweigleisigen Ausbau wird es in naher Zukunft nicht geben.
Seit der Eröffnung des Koralmtunnels im Dezember 2025 zwischen Kärnten und der Steiermark hat die Bahnstrecke im Gasteinertal deutlich an Bedeutung gewonnen. Stündlich fahren Fernverkehrszüge in beiden Richtungen durch das Tal. Auch dadurch wird die Trasse mehr belastet.
Ab Februar 2027 wird die Strecke allerdings komplett bis zum Juli gesperrt. Grund ist die zweite Etappe der großen Sanierung des Bahntunnels durch die Tauern. Es wird in dieser Zeit einen Schienenersatzverkehr zwischen Bischofshofen und Spittal, sowie zwischen Schwarzach und Bad Gastein geben.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.