Bei Grabung in Pompeij

Skelett von pferdeartigem Tier freigelegt

Wissen
05.06.2026 16:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei Ausgrabungen im Bereich der sogenannten Casa dei Casti Amanti („Haus der keuschen Liebenden“) ist in Pompeji jetzt das Skelett eines pferdeartigen Tieres freigelegt worden. Dieses war beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus gestorben und wurde von heißer Asche verschüttet.

Der Fund wurde in einem Raum gemacht, der zur Brotproduktion genutzt wurde, teilte die Ausgrabungsstätte mit. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über die Rolle von Tieren im Alltag und in den Produktionsabläufen der antiken römischen Stadt zu gewinnen.

Der Gebäudekomplex der Casti Amanti zählt zu den bedeutendsten Grabungsbereichen Pompejis. Er umfasst neben Wohnräumen auch eine vollständig erhaltene Produktionsanlage mit Backofen, Lagerräumen und Arbeitsbereichen. In den angeschlossenen Stallungen waren bereits in der Vergangenheit weitere Equiden entdeckt worden, die vermutlich zum Antrieb von Mühlsteinen und für den Transport von Getreide eingesetzt wurden.

(Bild: Wilhelm Eder)

Forscher wollen Umstände des Todes klären
In archäologischen Berichten wird oft der Begriff „Equide“ verwendet, wenn anhand der Knochen zunächst nicht sicher bestimmt werden kann, ob es sich um ein Pferd, einen Esel oder ein Hybridtier wie ein Maultier handelt. Erst die laufenden Untersuchungen der Knochen können möglicherweise klären, um was es sich handelte.

Nach Angaben der Forscher stellt die Freilegung des Tieres den ersten Schritt der Untersuchung dar. Laufende Laboranalysen sollen Aufschluss über die Funktion des Tieres im wirtschaftlichen Betrieb sowie über die Umstände seines Todes beim Ausbruch des Vesuvs geben.

Einblicke in Schicksale von Menschen und Tieren
Die Erkenntnisse könnten zudem dazu beitragen, das Verhalten von Tieren während der Naturkatastrophe und die Abläufe der Eruption besser zu verstehen. Pompeji biete aufgrund seines außergewöhnlich guten Erhaltungszustands die Möglichkeit, das Zusammenspiel von Lebensräumen, wirtschaftlichen Tätigkeiten, Menschen und Tieren umfassend zu erforschen, meinte der Direktor des Archäologischen Parks Pompeji, Gabriel Zuchtriegel.

(Bild: Wilhelm Eder)

 Er betonte, die archäologische Stätte sei weit mehr als ein Ort bedeutender Kunstwerke und Wandmalereien. Sie ermögliche auch Einblicke in die Schicksale der Menschen und Tiere, die von der Vesuv-Katastrophe betroffen waren.

Stadt unter mehreren Metern Asche begraben
Im Jahr 79 nach Christus zerstörte der Vesuv die Stadt Pompeji und begrub sie unter mehreren Metern Asche und Bimsstein. Während der zweiten Phase der Eruption – nach dem Fall der Lapilli – wurden die Menschen von einer heißen Wolke aus vulkanischer Asche erfasst, die sich um ihre Körper verfestigte. Mit der Zeit zersetzten sich die Körper und organischen Materialien, wodurch Hohlräume in der verhärteten Asche entstanden.

Im 19. Jahrhundert begannen Archäologen, diese Hohlräume mit Gips zu füllen, um die ursprüngliche Form der Opfer sichtbar zu machen. Diese Technik wurde 1863 erstmals systematisch vom Archäologen Giuseppe Fiorelli angewendet. Nachdem der Gips ausgehärtet und die Asche entfernt worden war, erschienen erstaunlich detaillierte menschliche Figuren, oft mit den Knochen im Inneren erhalten.

Pompeji ist der einzige Ort der Welt, an dem solche Zeugnisse in dieser Form rekonstruiert werden konnten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung