„Beitrag zu Inklusion“

Bad in Südtirol bietet Schwimmzeit für Muslimas an

Ausland
22.07.2026 20:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Südtirol wird ein Freibad erstmals eine eigene Schwimmzeit für muslimische Frauen anbieten. Das Angebot wird kommende Woche beginnen und immer montags nach dem regulären Badebetrieb sein (von 18.30 bis 19.30 Uhr). Der Betreiber sieht darin einen „Beitrag zu mehr Inklusion“.

Man habe als öffentlicher Schwimmbadbetreiber einen Auftrag zu erfüllen, sagte Pächter Luca Lechthaler. Auch andere Vereine würden außerhalb der regulären Öffnungszeiten vergleichbare Angebote setzen. Konkret ist das Tragen eines Burkinis während einer Stunde am Montagabend ausdrücklich erlaubt. Diese Ganzkörperbekleidung bedeckt bis auf Gesicht, Hände und Füße den gesamten Körper und entspricht damit den religiösen Bekleidungsvorschriften vieler Musliminnen.

Roland Lazzeri, Bürgermeister der Gemeinde Salurn, in der das Freibad liegt, sagte, der Pächter könne über solche Zusatzangebote eigenständig entscheiden. Ziel sei es, möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zum Schwimmbad zu ermöglichen, auch jenen, die das Freibad während der regulären Öffnungszeiten nicht nutzen könnten.

Zitat Icon

Die Initiative ermöglicht Frauen, die das Schwimmbad sonst wahrscheinlich nicht besuchen würden, das Haus zu verlassen, sich zu treffen.

Julia Unterberger, Senatorin der Südtiroler Volkspartei

Lega: „Abgrenzung zwischen Geschlechtern“
Auch die Senatorin der regierenden Südtiroler Volkspartei (SVP), Julia Unterberger, ist auf der Seite des Betreibers. Es handle sich um eine „Geste der Sensibilität und sozialen Inklusion“. „Die Initiative ermöglicht Frauen, die das Schwimmbad sonst wahrscheinlich nicht besuchen würden, das Haus zu verlassen, sich zu treffen, Sport zu treiben und einen öffentlichen Raum zu nutzen. Sie trennt diese Frauen nicht von der Gesellschaft, sondern schafft vielmehr eine zusätzliche Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen (...)“, sagte die Politikerin.

Kritik kam erwartungsgemäß von der rechten Regierungspartei Lega. Die stellvertretende Parteichefin Silvia Sardone bezeichnete das Angebot als „absurd“. Es fördere Segregation, nämlich die Trennung von Männern und Frauen sowie die Abgrenzung verschiedener Gemeinschaften. Ähnlich äußerte sich die Südtiroler Freiheitlichen, die in der Landesregierung vertreten sind. Derartige Regelungen würden ein Frauenbild fördern, das auf Unterdrückung, Verschleierung und Zwang beruhe. Linke und feministische Gruppierungen würden problematische Entwicklungen im Zusammenhang mit dem politischen Islam verharmlosen oder ignorieren, während sie gegenüber einheimischen Männern deutlich kritischer aufträten, sagte Obmann Roland Stauder.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung