Der Sportwagenbauer Porsche plant laut Berichten, weitere 5000 bis 6000 Jobs zu streichen. Damit würde die Volkswagen-Tochter ihr aktuelles Programm verdoppeln. Die Arbeitsplätze sollen bis 2035 wegfallen. Der neue Porsche-Chef Michael Leiters soll in Verhandlungen mit dem Betriebsrat forsch und klar aufgetreten sein.
Er habe viele Forderungen von seinem Vorgänger Oliver Blume übernommen, heißt es, darunter die nach einem weiteren Stellenabbau und die Verlagerung der Entwicklung in das günstigere Ausland. Ein Porsche-Sprecher sagte, dass es noch keine Einigung zwischen dem Unternehmen, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall gebe. Auf der Aufsichtsratssitzung am heutigen Mittwoch sei der „aktuelle Stand der Verhandlungen“ präsentiert worden. Der Aufsichtsrat habe bereits seine Unterstützung zugesagt, hieß es weiter.
Laut deutschen Medien hat der Porsche-Chef Leiters zugesagt, die Beschäftigungssicherung für die deutschen Standorte, die bisher 2030 ausläuft, bis 2035 zu verlängern. Das hatten die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat gefordert, um sich auf weitere Sparmaßnahmen einzulassen. Durch die Jobgarantie ist ein Sozialplan für die Betroffenen nötig. Mögliche Angebote sind zum Beispiel Altersteilzeit oder Abfindungen.
Auch tarifliche Einschnitte soll es nicht geben und die Steinkühler-Pause bleibt erhalten. Die IG Metall hatte einst durchgesetzt, dass sich Arbeiterinnen und Arbeiter am Band fünf Minuten pro Stunde erholen dürfen und drei Minuten bekommen, um auf die Toilette zu gehen. Auch das Homeoffice für Büroangestellte wird laut den Berichten ausgeweitet, obwohl Leiters nach seinem Arbeitsbeginn bestanden hatte, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich öfter als bisher in das Büro kommen.
Die „Bild“ berichtete, dass die Sonderzahlungen, die in der Vergangenheit bei guter Gewinnlage hoch vierstellig ausfielen, auf 1500 Euro gedeckelt werden sollen. Zudem dürfte es künftig weniger Weihnachtsgeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Der genaue Sparplan soll im Fall einer Einigung am Montag bekannt gegeben werden, nachdem die Beschäftigten in einer Betriebsversammlung in Stuttgart informiert werden sollten.
Schließung von drei Tochterfirmen
Der Sportwagenbauer lieferte im ersten Halbjahr 2026 ungefähr 122.300 Fahrzeuge an Kundinnen und Kunden aus. Das sind 16 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Besonders schlecht lief es in China, in Europa wurden aber auch um 14 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Im März hatte Leiters bereits ein Sparpaket und einen Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Da hieß es, dass bis 2029 in der Region Stuttgart etwa 1900 Stellen sozialverträglich wegfallen sollen. Zudem seien die Verträge von 2000 befristeten Angestellten nicht mehr verlängert worden, sagte Leiters. Die Schließung von drei Tochterfirmen betrifft weitere 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
So sieht der Zeitplan aus
Wie stark der erneute Einbruch den Umsatz und Gewinn des Autoherstellers belastet, wird kommende Woche bekannt gegeben. Bis dahin könnte auch schon das neue Sparpaket beschlossen worden sein. Im Oktober will Leiters dann den Investorinnen und Investoren seine neue Strategie präsentieren.


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