Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen – das wohl meistverwendete Wort der Möchtegern-ORF-Generaldirektoren bei den verschiedenen Hearings am Dienstag. Man müsse „verlorenes Vertrauen zurückgewinnen“, sagte Kandidat Larcher, während Kandidat Breitenecker den ORF „raus aus der Teufelsspirale“ bringen will und Kandidatin Totzauer als ihre Schlagworte formulierte: „Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Österreich.“
Und was sagte Kanzler Stockers großer Favorit Clemens Pig? „Der ORF soll die vertrauenswürdigste Informationsquelle sein, bleiben oder werden.“ Interessante Formulierung: Darf man nun selbst entweder „sein“, „bleiben“ oder „werden“ ankreuzen?
Die weit wichtigere Frage: Kann der ORF das verspielte Vertrauen mit einem Generaldirektor von Kanzlers Gnaden wiedergewinnen? Kann er mit einem in den politischen Büros zusammengemauschelten Führungsteam wieder „vertrauenswürdig“ sein? Oder hat die Politik gar kein Interesse an einem vertrauenswürdigen öffentlich-rechtlichen Sender, sondern nur an Posten und Einfluss?
Was Clemens Pig Dienstagabend noch sagte: „Die Diskussionen derzeit machen viel kaputt.“ Ja, da hat er nicht unrecht, kaputt gemacht ist bereits viel. Aber nicht durch die Diskussionen, sondern durch die Umstände. Mögen sich all jene, die diese Umstände herbeigeführt oder zumindest nicht gestoppt haben, endlich bei ihren Nasen nehmen.
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