Ex-Lobbyist verurteilt

Wo Peter Hochegger seine Sozialstunden leistet

Gericht
08.06.2026 11:55

Jahrzehntelang war Peter Hochegger (77) einer der umtriebigsten PR-Berater und Lobbyisten der Republik. In der Causa Buwog wurde er verurteilt, doch auf die bereits bewilligte Fußfessel wartet er bisher vergeblich. Für eine weitere Verurteilung leistet er Sozialstunden in einem Wiener Institut. 

Drei Jahre, davon zwölf Monate unbedingt, lautete Ende 2025 das Urteil gegen Peter Hochegger in der Buwog-Affäre. Hochegger beantragte die Fußfessel, wie der elektronisch überwachte Hausarrest im Volksmund heißt, und bekam diese gewährt. Doch wie so oft mahlen die Mühlen der Justiz auch hier alles andere als flott ... bereits mehrmals wurde der Termin, an dem Hochegger die Fußfessel bekommen sollte, verschoben.Von der zuständigen Stelle hieß es, man sei wegen der jüngsten Gesetzesänderung zur Fußfessel mit der Abarbeitung in Verzug geraten, da es nun dadurch mehr Bewilligungen gebe. 

Eine durchaus mühselige Situation, schildert er im „Krone“-Gespräch: „Zumindest kann ich auch mit Fußfessel pro Woche 13,5 Stunden die Sozialarbeit weiter führen.“ Die absolviert er aktuell im ehrenamtlichen Wiener Verein TRIALOG-Institut Respect Now von Michael Galibov, Unternehmer und unter anderem Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG).

Hochegger an seinem Schreibtisch im Trialog Institut, wo er sich für den Aufbau einer Plattform ...
Hochegger an seinem Schreibtisch im Trialog Institut, wo er sich für den Aufbau einer Plattform für interkulturellen und interreligiösen Austausch einsetzt.(Bild: Michaela Braune)

Plattform für den Dialog in der Welt
Galibov setzt sich seit Jahren für interkulturellen Austausch ein. In Zeiten wie diesen mehr denn je, erläutert Galibov im Hinblick auf die Konflikte im Nahen Osten. Neben interreligiösem Austausch engagiert man sich in der Jugendarbeit, aktuell plant man ein World Dialogforum auf Basis des Abraham-Abkommens, welches von den USA, Israel, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet wurde. Auch ein besonderes Brot, das „Bread of Abraham“ will man entwickeln, welches als Zeichen des Friedens und der Verständigung geteilt werden soll. 

Hochegger unterstützt das Trialog Institut bei der Ausarbeitung eines Konzepts für eine globale Plattform: „Die Welt braucht neue Räume für einen echten Dialog.“ Derzeit arbeitet er im Büro in Wien, zumindest bis zum Antreten des überwachten Hausarrests: „Offen ist noch, ob ich zweimal in der Woche nach Wien fahren darf oder ob ich im Homeoffice weiterarbeite.“ 

Als Nachtportier in Baden
Abseits seiner Tätigkeit in Wien, die Hochegger für die Verurteilung im Telekom-Verfahren für in den Jahren 2004 bis 2009 bewirkte Abgabenkürzungen ableistet, arbeitet er aktuell als Nachtportier im Hotel Sacher in Baden. Was ihm am meisten fehlt? „Brasilien und mein Sohn dort.“ Umso belastender ist das mehrfache Aufschieben der Fußfessel, denn umso länger dauert es, bis die Strafe abgebüßt ist. 

Für Schlagzeilen sorgte Hochegger zuletzt allerdings ganz abseits seiner eigenen Historie. Als Auskunftsperson im Pilnacek-U-Ausschuss gab er einmal mehr Einblick in die illusteren Runden, die sich um den ehemaligen Justiz-Sektionschef im Wiener Nobel-Italiener Il Cavalluccio scharrten. Und auch, was dort besprochen wurde: „Es ist gang und gäbe, dass versucht wird, zu intervenieren. Ich bin seit 2009 aus dem System draußen, aber ich habe viel erlebt.“

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