Hochegger befragt

„Cavalluccio-Runden“: Wen Pilnacek dort traf

Innenpolitik
15.04.2026 12:56

Ex-Lobbyist Peter Hochegger hat sich am Mittwoch den Fragen der Abgeordneten im Pilnacek-Untersuchungsausschuss gestellt. Neben dem geplanten Hauskauf sowie dem Laptop Christian Pilnaceks, machte Hochegger auch Angaben dazu, wen der 2023 verstorbene Justiz-Sektionschef aller im Wiener Nobelitaliener Il Cavalluccio so alles getroffen hatte. 

Es mag viele überraschen, doch Peter Hochegger hat trotz seiner zahlreichen Kontakte in höchste Staatskreise und Involvierungen in andere Causen laut eigener Aussage den mächtigen Sektionschef erst kennengelernt, als dieser bereits gegen seine Suspendierung kämpfte. Der Kontakt sei über Pilnaceks Freund Wolfgang Rauball im bereits des Öfteren besprochenen Wiener Innenstadtlokal Il Cavalluccio zustande gekommen. „Durch Zufälle, sofern es solche gibt, bin ich um die Geschehnisse rund um Christian Pilnacek involviert worden“, so Hochegger. 

Pilanceks „Cavalluccio-Treffen“
Die „Cavalluccio-Runden“ waren am Mittwoch mehrfach Thema im Untersuchungsausschuss, so wollte FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker wissen, wer denn da noch aller dabei war: „Vielleicht bekannte Gesichter aus der ÖVP?“ „Bei mir nicht“, betonte Hochegger. Pilnacek und Rauball hätten sich dort regelmäßig getroffen, meistens am späteren Nachmittag.

Der deutsche Geschäftsmann habe ihm dann einmal erzählt, dass ihm „ein gewisser Andreas Hanger“ vorgestellt worden sei und habe ihn, Hochegger gefragt: „Muss man den kennen?“ Hanger ist Fraktionsführer der ÖVP im Untersuchungsausschuss. Hochegger selbst sagte aus, ebenfalls des Öfteren im Cavalluccio gewesen zu sein, Pilnacek habe er dort „zwei- oder dreimal“ gesprochen, aber häufig gesehen. 

Das Il Cavalluccio in der Wiener Innenstadt
Das Il Cavalluccio in der Wiener Innenstadt(Bild: Martin A. Jöchl)

Wofür war das Geld aus Dubai? 
Pilnacek hatte geplant, ein Haus in Rossatz (NÖ) zu kaufen, wie Unterlagen belegen, sollte Rauball, der zu Lebzeiten Vorstand und Geschäftsführer mehrerer Gas-Gesellschaften war, das Geld – rund 1,4 Millionen Euro – vorstrecken. Der Kauf sollte ungewöhnlicherweise über eine Schweizer Gesellschaft, welche Rauball zugerechnet wird, abgewickelt werden.

Hochegger hatte mit Rauball darüber nach dem Tod Pilnaceks gesprochen: „Ich habe das Thema dann mitbekommen. Da haben bei mir alle Alarmglocken geschrillt, ich habe Rauball gefragt, ob das kein Risiko ist, so viel Geld vorzustrecken.“ Rauball habe ihm daraufhin erklärt, das sei kein Risiko, da Pilnacek die Summe „aus Dubai“ erwarte. Woher dieses Geld gekommen sei, sei ihm aber auch nicht bekannt gewesen. Auch, warum das über eine Schweizer Firma abgewickelt werden sollte, habe er nicht weiter hinterfragt, antwortet er auf eine entsprechende Frage von Jakob Grüner (ÖVP). 

Ob er Wahrnehmungen zu Beratertätigkeiten Pilnaceks für Rauball gehabt habe, will NEOS-Fraktionsführerin Sophie Wotschke von Hochegger wissen? Keine, nur habe Rauball immer wieder von „Problemen in der Slowakei“ gesprochen, weshalb er sich mit Pilnacek und weiteren Anwälten beraten hatte.

„Teil des Systems“
Dass Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz sofort „mit einem Seitenhieb auf die WKStA“ von einem Suizid gesprochen hatte, habe Rauball sehr aufgeregt: „Er wollte das so nicht stehen lassen.“ Später hatte Anna P., damals noch Mitarbeiterin im Büro von Wolfgang Sobotka, Rauball kontaktiert, was mit dem Laptop geschehen sollte. Über Umwege kam dieser schließlich zur WKStA. Hochegger war außerdem beim Gespräch im Büro des Podcasters und Journalisten Michael Nikhbaksh dabei, dieses beschrieb Hochegger als „normales Gespräch“, aber definitiv ohne extremen Alkoholkonsum. 

Antonio Della Rossa von der SPÖ fragte Hochegger nach einer Aussage von ihm, wonach er gemeint habe, Pilnacek sei „wie er im System gefangen“: „Ich habe das damals so gesagt, wie ich das gefühlt habe. Ich war im System drinnen und habe funktioniert. Du hast dort eine Aufgabe und schaust nicht nach links und nach rechts. Ich habe hier eine Parallele zwischen mir und Pilnacek gezogen, das ist aber eine Hypothese, die ich von mir abgeleitet habe, er hat mir das so nicht erzählt.“ 

Nichtsdestoweniger sei Pilnacek ein mächtiger Beamter gewesen: „Ohne so jemanden kann man kein Ministerium führen“, führte Hochegger aus. Die Aussagen Pilnaceks, die auf dem Audiomitschnitt im Il Cavalluccio zu hören sind und nach seinem Tod an die Öffentlichkeit gelangten, hätten ihn daher nicht überrascht, so der 77-Jährige: „Es ist gang und gäbe, dass versucht wird, zu intervenieren. Ich bin seit 2009 aus dem System draußen, aber ich habe viel erlebt.“

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