Tausende Studierende und Lehrende gingen am Donnerstag in Graz gegen die geplanten Kürzungen bei den österreichischen Unis auf die Straßen. Die Demo zog sich vom Stadtpark bis zum Hauptplatz und wurde von den Rektoren der steirischen Unis angeführt.
„Unis sind kein Sparverein, lasst das Kürzen endlich sein!“ Parolen, Trommeln und Pfeifen waren in der Grazer Innenstadt am Donnerstagnachmittag nicht zu überhören. Etwa 6500 Menschen zogen (laut den Veranstaltern) vom Stadtpark bis zum Hauptplatz und machten ihrer Wut Luft – Studierende, Lehrende und die Rektoren der steirischen Universitäten.
Sie alle sind nicht nur aufgebracht, sondern vor allem in Sorge um die Zukunft der universitären Bildung in Österreich. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass aufgrund des Sparkurses der Bundesregierung mehrere Milliarden Euro im Budget der Universitäten gestrichen werden sollen, protestierten bereits am Mittwoch Tausende in Wien. Am Donnerstag folgten Demos in Graz, Linz, Salzburg und Klagenfurt. Sie alle bilden eine gemeinsame Front gegen die geplanten Kürzungen von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ).
Weniger Lehrpersonal und längere Studienzeit
„Die Universitäten sind das schlagende Herz von Graz, aber dieses Herz droht auszubluten“, hält Mary Weitzer, Vorsitzende der ÖH Uni Graz, fest. Rund 500 Millionen Euro sollen allein bei den steirischen Unis gespart werden. Kürzungen, die Studenten beunruhigen: „Die Lehre wird massiv darunter leiden. Kompetentes Lehrpersonal fehlt dann und unsere Studienzeit wird verlängert“, sind sich Selina und Lena einig. Beide studieren Englisch und Deutsch auf Lehramt und könnten von den Einsparungen im Ernstfall auch selbst betroffen sein.
Ihre Sorgen teilt Peter Riedler, Rektor der Universität Graz: „Diese Demo ist ein starkes Zeichen. Wir müssen dranbleiben, denn es geht um unsere Zukunft und unser Land.“ Dem stimmt auch Horst Bischof, Rektor der TU Graz, zu: „Die Forschung von heute ist die Wirtschaft von morgen. Investitionen in Unis sind Investitionen in die Zukunft.“
Die Menge am Hauptplatz war sich einig, dass die Rechnung der Wissenschaftsministerin so nicht aufgehen kann. Sie möchte weiter kämpfen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“
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