Neusiedler See

Was das Naturjuwel noch attraktiver machen könnte

Burgenland
28.05.2026 16:20

Die Wirtschaftskammer erarbeitete Vorschläge, wie man die touristischen Angebote rund um das Naturjuwel weiterentwickeln könnte – von Verkehrslösungen bis hin zur Handy-App. Auch eine Wasserzuleitung wird befürwortet.

Wer rund um den Neusiedler See lebt oder hier Urlaub macht, weiß die Schönheit und Angebote der Region zu schätzen – weiß aber auch, wo es Aufholbedarf gibt. In einem mehrjährigen Projekt hat sich die Wirtschaftskammer der Frage gewidmet, wie man das touristische Angebot optimieren und Problemfelder angehen kann. Herausgekommen ist ein Katalog mit Ideen, den man nun Politik und Stakeholdern vorlegen will – kein Forderungskatalog, wie betont wird, sondern eine Liste von Möglichkeiten.

Verschlossene Türen
Ein Beispiel betrifft die Gastronomie selbst. Regelmäßig klagen Radfahrer, dass sie bei Touren gerne wo einkehren möchten – nur um vor verschlossenen Türen zu stehen. Es fehle an einer Vernetzung zwischen Winzern, Gastronomen und Tourismusbetreibenden, sagen die Projektleiter Franz Perner und Felix Josef. Eine mögliche Lösung: Eine eigene App, welche alle Informationen auf einen Blick ermöglicht. Gerade eine solche Vernetzung wäre rasch und kostengünstig umsetzbar, erklärt Perner.

Das Burgenland lockt viele Radfahrer an.
Das Burgenland lockt viele Radfahrer an.(Bild: Charlotte Titz)

Shuttle-Service für Gäste
Ein weiteres Themenfeld: Der Verkehr. Derzeit erfolgt die Anreise vorwiegend mit dem Auto. Dabei könne man in 35 Minuten von Wien in Neusiedl am See sein, so Perner. Ab dem Bahnhof fehle aber eine „Verteilung“. Diese könnte beispielsweise in Form von „Hop-on Hop-Off-Bussen“ oder einem Shuttle-Service erfolgen, so die Projektleiter. Vorstellbar sei auch eine Einbindung des BAST-Systems.

Entlastung für Festspiel-Region
Das Ziel soll sein, dass sich die Gäste auch ohne Auto bewegen können. Denn viele Menschen in Wien haben mittlerweile weder Führerschein noch Fahrzeug. Ein Shuttle-Service könnte zudem die Autokolonnen bei der An- und Abreise zu den Festivals entschärfen, meint Josef. Auch das Angebot am und um das Wasser könnte man ausbauen.

Präsident Wirth (M.) mit den Projektleitern Perner und Josef.
Präsident Wirth (M.) mit den Projektleitern Perner und Josef.(Bild: WKB)

Erlebnisstege durch das Schilf
Ein Vorschlag ist die Errichtung von „Erlebnisstegen“ am Westufer, die durch das Schilf führen, ergänzt mit Aussichtsplattformen. Kostenpunkt: 2500 Euro pro Laufmeter, bei vier Kilometern Länge. Die teilweise zugewachsenen Schilfkanäle könnten reaktiviert und für Kanufahrer geöffnet werden. Angeregt wird außerdem, gemeinsam mit Ungarn touristische Ideen umzusetzen.

Wirth für Wasser-Zuleitung
Im Bereich Wasserstand und Schilfmanagement erwartet man sich vom Land mehr Einsatz. Die laufenden Maßnahmen seien gute Ansätze, aber keine echten Lösungen, so Perner. Auch Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth bekräftigte, dass an einer Wasserzufuhr für den See kein Weg vorbeiführe. Er erwarte hier von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) ein Umdenken.

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