Strandmüll analysiert

Quellen der Verschmutzung ähneln sich weltweit

Klima
27.05.2026 10:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jedes Jahr landen rund 20 Millionen Tonnen Plastik in der Umwelt – vom Festland über Flüsse bis in die Meere. Eine Studie der britischen University of Plymouth hat jetzt untersucht, was genau die Gewässer vermüllt, und ist zu dem Schluss gekommen, dass das weltweit ähnlich ist.

„Wir wissen, dass das Problem riesig ist, aber nicht, welche spezifischen Produkte die Hauptschuldigen auf globaler Ebene sind“, sagte Mitautor Richard Thompson. Dieses Wissen helfe, konkrete Maßnahmen gegen das Müllproblem zu finden. Das internationale Forschungsteam hat mehr als 350 Studien ausgewertet und den Strandmüll in 112 Ländern berücksichtigt. Dort leben zusammen 86 Prozent der Weltbevölkerung.

Das zentrale Ergebnis der Studie: Die größten Verschmutzer der Meere sind keine seltenen Industrieabfälle oder Fischernetze, sondern vor allem kurzlebige Einwegprodukte aus dem Alltag. An erster Stelle steht Plastik aus dem Lebensmittel- und Getränkebereich. Diese gehören in 93 Prozent der untersuchten Länder zu den drei häufigsten Müllarten. Dahinter folgen Plastiksackerln mit 39 Prozent sowie Zigarettenreste mit rund 38 Prozent. Mikroplastik, das oft erst durch den Zerfall dieser Produkte entsteht, wurde nicht berücksichtigt.

Ergebnisse unabhängig von wirtschaftlicher Lage
Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass sich die Hauptquellen der Verschmutzung weltweit stark ähneln, unabhängig von der wirtschaftlichen oder geografischen Lage eines Landes. Einzelne Ausnahmen waren die Arktis und Antarktis. Dort wurden vergleichsweise häufig Plastikflaschen entdeckt sowie Angel- und Fischereimaterial. Das liege vermutlich daran, dass in der Region nur wenige Menschen leben und der besonders schwimmfähige Müll durch Meeresströmungen über große Entfernungen bis in die Polarregionen transportiert werde, hieß es.

Auch die Folgen politischer Maßnahmen wurden unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich etwa, dass Staaten wie Kenia, Tansania und Mosambik, die strenge Verbote von Einwegbeuteln eingeführt haben, auch deutlich geringere Belastungen dadurch haben. Plastiksackerl sind in vielen Regionen Afrikas und Asiens stark verbreitet.

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Veränderungen an der Quelle sind unerlässlich, wenn wir die Verschmutzung durch Plastik verhindern wollen.

Susan Jobling, Direktorin des Instituts für Umwelt an der Brunel University of London

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfahlen zudem Mehrwegsysteme, bessere Verpackungsdesigns und Abgaben auf Einwegprodukte. „Veränderungen an der Quelle sind unerlässlich, wenn wir die Verschmutzung durch Plastik verhindern wollen“, sagte Susan Jobling, Direktorin des Instituts für Umwelt an der Brunel University of London. Die Produktion und der Verbrauch bestimmter Kunststoffe müssten reduziert werden.

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