Ukrainische Bedrohung

Russland erlaubt Banken eigene Drohnenabwehr

Außenpolitik
27.05.2026 07:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wegen der zunehmenden wirtschaftlichen, aber vor allem auch psychologischen Bedrohung durch ukrainische Drohnenangriffe greift die russische Regierung nun offenbar auch auf private Abwehrsysteme zurück. So dürfen ab sofort die Zentralbank sowie andere Finanzinstitute Drohnen in Eigenregie abschießen.

Das geht aus einem Dokument der Staatsduma hervor. Demnach dürfen die Notenbank, die Sberbank und der russische Geldtransportverband künftig eigene Abwehrsysteme betreiben und ihr Personal bewaffnen. Ein Einsatz von Spezialkräften ist dafür nicht mehr nötig.

Auch andere Unternehmen wollen aufrüsten
Die Institute tragen die Kosten für die Abwehr selbst, wie der Leiter des Duma-Finanzausschusses, Anatoli Aksakow, dem Nachrichtenportal RBC sagte. Der Chef des russischen Unternehmensverbandes, Alexander Schochin, teilte Präsident Wladimir Putin zudem mit, dass auch andere Firmen den Kauf schwerer Waffen zum Schutz ihrer Infrastruktur finanzieren wollten.

Die Ukraine hat ihre Langstreckendrohnen stark verbessert. Ziele Hunderte bis teils über 1000 Kilometer hinter der Front werden inzwischen regelmäßig getroffen – darunter Raffinerien, Öldepots, Flugplätze und Rüstungsanlagen. Selbst Regionen um Moskau oder tief im Hinterland wie Perm oder Samara sind nicht mehr völlig sicher.

St. Petersburg: Mobile Feuertrupps auf Firmengeländen
In der Millionenmetropole St. Petersburg werden zusätzlich mobile Feuertrupps auf dem Gelände von Unternehmen und kritischer Infrastruktur stationiert. Reservisten sind bereits aufgerufen worden, sich bei der Luftabwehr zu melden. Der Flughafen St. Petersburg muss immer wieder seinen Betrieb vorübergehend einstellen, wenn die Flugabwehr aktiv ist. 

Der Krieg findet schon längst nicht mehr nur an der ukrainischen Front statt. Auch die Moskauer ...
Der Krieg findet schon längst nicht mehr nur an der ukrainischen Front statt. Auch die Moskauer müssen sich daran gewöhnen, dass von den ukrainischen Drohnenschwärmen einige der unbemannten Flugobjekte in Gebäude einschlagen und auch Tote fordern.(Bild: EPA/MAXIM SHIPENKOV)

In der russischen Bevölkerung beginnt es vermehrt zu brodeln, auch die Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin wird lauter. „Während sich die Bunkerratte (Anspielung auf den Kremlchef, Anm.), die all das angerichtet hat, versteckt hält, läufst du im Haus umher, in dem du dich überhaupt nicht sicher fühlst. (...) Ich hasse diesen Krieg, ich hasse alles, wozu mein geliebtes Land geworden ist. Ich hasse diejenigen, die uns in all das hineingezogen haben. Hoffentlich ist das bald vorbei“, zeigte sich vor Kurzem ein Bewohner aus der Region Moskau gegenüber dem russischen Exilmedium „Meduza“ aufgebracht.

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