Amokalarm in Bayern
Verdächtiger wollte Tat per Livestream übertragen
Der Verdächtige des mutmaßlichen Amoklaufs in Schongau (Bayern) soll geplant haben, die Tat per Livestream zu übertragen. „Es gibt erste Hinweise darauf (...)“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München am Freitag. „Aber mehr können wir noch nicht sagen.“
Deutsche Medien berichteten am Freitag außerdem, dass der mutmaßliche Täter (16) ein 19-seitiges Dokument verfasst habe. „Es ist Gegenstand der Ermittlungen. Wir prüfen es momentan auf seine Herkunft und seine Authentizität. Aber wir haben bisher noch keine Erkenntnisse in die eine oder andere Richtung, also ob es vom Täter stammt oder nicht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München. Von dort waren zunächst keine Details zum Inhalt zu hören.
Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtete, dass Bezug auf die „Attentäter-Fanszene“ genommen werde. In solchen Onlinegruppen würden vor allem Täterinnen und Täter wie rechtsextreme Terroristinnen und Terroristen sowie sogenannte „Incels“ gefeiert, heißt es in der „Augsburger Allgemeine“. Incels sind Männer, die oft unfreiwillig alleinstehend sind und die Schuld dafür bei Frauen, dem Feminismus oder der liberalen Gesellschaft suchen. Zum Teil haben sie auch schon Anschläge begangen.
„Zu viel Hass im Herzen“
Das PDF-Dokument, von dem noch nicht geklärt ist, ob es tatsächlich echt ist, soll auf Englisch verfasst worden sein. Laut „Spiegel“ schrieb der ehemalige Schüler Gedanken wie in einem Tagebuch nieder. Er sei gedemütigt, ausgeraubt und gemobbt worden. Überhaupt sei er ein „hoffnungsloser 16-Jähriger mit viel zu viel Hass im Herzen“, heißt es. Er soll sich darin auch verächtlich gegenüber Frauen äußern, seine Mitmenschen beleidigen sowie antisemitische Aussagen treffen. Beleidigt würden auch Mitschülerinnen, Mitschüler und Lehrkräfte. Diese Details sprechen dafür, dass der Tatverdächtige das Schreiben tatsächlich verfasst hat.
Wie berichtet, sitzt der Jugendliche in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Er soll zwei 13-jährige Mädchen mit einem Messer attackiert haben. Beide waren am Freitag weiter im Krankenhaus. Mitschülerinnen und Mitschüler hatten Erste Hilfe geleistet und so wahrscheinlich einem der Mädchen das Leben gerettet. Sie hatten den Verletzten mit T-Shirts und Verbandszeug Druckverbände angelegt, um die Blutungen zu stoppen.
Gegen den Kroaten war bereits wegen zweier Vorfälle aus dem Vorjahr ermittelt worden. In einem Fall soll er einen Mitschüler bedroht und in einem anderen Amokläufe in sozialen Netzwerken verherrlicht haben.











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