Die Stimmung in Russland verschlechtert sich zunehmend. Die zweite Woche in Folge sinken die Zustimmungswerte zu Präsident Wladimir Putin. Unterdessen setzten sich die Angriffe Kiews ungehindert fort.
Es herrscht Benzin-Krise in Russland: Lange Warteschlangen bilden sich um geöffnete Tankstellen, die Preise schnellen die Höhe. Viele Bürger verlieren dabei das letzte Fünkchen Anstand. Und dementsprechend auch den Glauben an die Regierung.
Selbst das staatlich kontrollierte russische Meinungsforschungsinstitut VCIOM bekommt den Frust zu spüren. Dementsprechend stehen heute 66,0 Prozent der Bevölkerung hinter dem Kremlchef, in der Vorwoche waren es demnach noch 66,9 Prozent. Auch das Vertrauen in den Staatschef ging zurück - von 73, 3 auf 72,3 Prozent. In der Woche davor waren es noch 76,7 Prozent gewesen.
Die Ergebnisse sind bezeichnend, immerhin fehlt dem Großteil der Russen der Mut, ihre wahre Meinung gegenüber staatlich kontrollierten Institutionen zu offenbaren. Zu groß ist die Angst vor Repressalien. VCIOM verweist darauf, dass die Umfrage mithilfe einer kombinierten Methode erfolgte. Das Zentrum führe seit Anfang Mai nicht nur Telefon-Interviews, sondern auch persönliche Befragungen an der Haustür durch.
Russland meldet wieder Brände in Energieanlagen
Auch in der vergangenen Nacht hat die Ukraine mit Drohnen eine Raffinerie und mehrere Öldepots im Süden Russlands angegriffen und beschädigt. Die russische Luftverteidigung meldete den Abschuss von 376 ukrainischen Drohnen. Die Attacken hatten mehrere Brände zur Folge. In Krasnodar brach laut örtlichen Behörden ein Feuer in der Ölraffinerie Ilski aus, das mittlerweile gelöscht wurde. Menschen seien bei dem Angriff nicht verletzt worden. Auch in der Region Rostow gibt es Schäden an Ölanlagen.
Dort hätten in der Stadt Asow zwei Objekte zur Lagerung von Öl und ein Verwaltungsgebäude zu brennen begonnen. Das teilte der Rostower Gouverneur Juri Sljussar auf Telegram mit. Zudem sei in der Großstadt Taganrog der Hafen unter Beschuss geraten. Die Löscharbeiten liefen, schrieb Sljussar. Auch in diesem Fall gab es keine Opfer.
Russland will „Terrorakt“ vereitelt haben
Darüber hinaus vereitelte Russland nach eigenen Angaben in Rostow einen „Terrorakt“ gegen einen Militärflugplatz. An dem Angriff seien ukrainische Drohnen beteiligt gewesen, erklärte der russische Inlandsgeheimdienst FSB der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
Seit mehr als vier Jahren führt Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Diese wehrt sich nun verstärkt mit Drohnenangriffen, die neben Militärobjekten auch auf Rüstungsbetriebe und strategisch wichtige Anlagen der Ölindustrie zielen. Wegen der ständigen Attacken ist in Russland die Verarbeitung von Öl deutlich gesunken. In praktisch allen russischen Regionen mangelt es an Treibstoff.
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