Reichen Ressourcen?

Weltbevölkerung soll bis 2090 weiter wachsen

Ausland
10.07.2026 12:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen leben aktuell etwa 8,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Bis Mitte der 2080er-Jahre sollen es 10,3 Milliarden sein. Fachleute gehen davon aus, dass die Erde die prognostizierten Menschen unter optimalen Bedingungen ernähren könnte. Diese gibt es derzeit aber nicht.

Entscheidend für die Tragfähigkeit des Planeten seien nicht allein die Bevölkerungszahlen, sondern vor allem die Produktions- und Konsumbedingungen, sagte Frank Swiaczny vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). „So sind global betrachtet die Menschen mit dem zehn Prozent höchsten Wohlstand für rund die Hälfte des Ressourcenverbrauchs verantwortlich.“ Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung verbrauche weniger als zehn Prozent.

Die Bevölkerung entwickle sich derzeit regional sehr unterschiedlich. So wachsen Bevölkerungen vor allem in Afrika südlich der Sahara und in Teilen Asiens. In einigen dieser Staaten wie der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia wird sich die Zahl der Menschen laut UNO-Prognose bis 2025 gar noch verdoppeln. In vielen wohlhabenderen Ländern wie in Europa und Nordamerika werde die Bevölkerung hingegen bald schrumpfen, heißt es. Einige Länder wie Japan, Russland und China haben bereits weniger Einwohnerinnen und Einwohner. In China könnten bis zum Ende des Jahrhunderts sogar nur noch etwa halb so viele Menschen leben wie heute.

In China entwickelt sich die Bevölkerung derzeit rückläufig.
In China entwickelt sich die Bevölkerung derzeit rückläufig.(Bild: AFP/Jade Gao)

So entwickelt sich Österreich
In Österreich haben zu Beginn des Jahres 2026 laut Statistik Austria mehr als neun Millionen Menschen gelebt. Das sind um 0,2 Prozent mehr als 2025. 2024 war das Plus noch doppelt so groß. Das Bevölkerungswachstum ist derzeit ausschließlich auf Zuwanderung zurückzuführen. Die mittlere Zahl der Kinder pro Frau ist laut UNO in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur in Österreich, sondern auch weltweit zurückgegangen. Derzeit liegt sie etwa bei 2,2 weltweit. Aktuell würden aber geburtenstarke Jahrgänge das Alter erreichen, in dem Frauen Kinder bekommen, sagte Swiaczny.

Einen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung habe auch die weiterhin verbreitet steigende Lebenserwartung. In schrumpfenden und zugleich alternden Gesellschaften sinkt laut UNO das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Pensionistinnen und Pensionisten massiv. Dies setzt – wie in Österreich – Pensions- und Gesundheitssysteme unter erheblichen finanziellen Druck. Um den Arbeitskräftemangel auszugleichen, empfiehlt die UNO unter anderem Automatisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).

117 Milliarden Menschen lebten bisher
Seit der Entstehung des modernen Menschen vor mehr als 500.000 Jahren haben übrigens schätzungsweise 117 Milliarden Menschen jemals gelebt. Das geht aus einer Berechnung des Population Reference Bureau (PRB) in Washington hervor. Daraus ergibt sich, dass die Personen, die heute auf der Erde leben, sieben Prozent aller Menschen ausmachen, die jemals geboren wurden.

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