In den vergangenen Wochen ist eine Rekord-Hitzewelle über Europa gerollt. Dabei dürften nicht nur die hohen Temperaturen an sich gefährlich gewesen sein: Zwei Drittel der EU-Bürger waren auch schädlichen Ozonwerten ausgesetzt.
Fast 300 Millionen Menschen waren Ende Juni Ozongasen ausgeliefert, die über dem empfohlenen Grenzwert lagen. Besonders brisant: Rund 100 Millionen davon waren Kinder und ältere Menschen, wie die Nicht-Regierungsorganisation Global Witness in einem Bericht schreibt.
Der höchste Ozonwert wurde in Deutschland gemessen: Im deutschen Bundesland Nordhrein-Westfalen lag er bei 233,7 Mikrogramm pro Kubikmeter – der EU-Grenzwert liegt bei 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Doch nicht nur in Deutschland war die Ozonkonzentration alarmierend hoch: In großen Teilen Europas waren die Ozonwerte höher als von der EU empfohlen.
Gefährliche Folgen
Die Organisation nennt die hohen Ozonwerte eine „unsichtbare Bedrohung“. „Bei diesen Konzentrationen kann Ozon das Lungengewebe schädigen und Astmafälle auslösen, insbesondere bei jungen und älteren Menschen“, warnt Global Witness.
Bei der Analyse von Global Witness geht es um bodennahes Ozon – nicht zu verwechseln mit der schützenden Ozonschicht in der Atmosphäre. Bodennahes Ozon ist der Hauptbestandteil von Smog, starke Sonneneinstrahlung und Hitze fördern die Bildung. Das bodennahe Ozon entsteht durch komplexe chemische Reaktionen zwischen Schadstoffen, die etwa im Straßenverkehr und bei der Verbrennung von Öl und Gas ausgestoßen werden.
Die EU hat in den vergangenen Jahren diese sogenannten Stickstoffdioxidwerte reduziert, ein Problem bleibt aber laut Global Witness noch: Methan. Das Gas sei für ein Drittel der Ozonbildung verantwortlich. Mehr als die Hälfte des Methans wird in der Landwirtschaft ausgestoßen – in der EU gibt es aktuell keine Regelungen, dass die Methan-Emissionen dort sinken müssen.
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