Wrestler und „Fast & Furious“-Star John Cena trifft im neuen Film „Little Brother“ auf den Chaos-Spaßmacher Eric André. Mit doppelter Starpower erhofft man sich einen Hit, doch die Komödie wirkt seltsam altmodisch und fad.
Die Fans zweier sehr unterschiedlicher Lager sollten wie auf Bestellung in der neuen Komödie „Little Brother“ zusammenfinden. Einerseits Anhänger des 17-fachen Wrestling-Champions John Cena, der nach dieser Karriere noch eine zweite als erfolgreicher Schauspieler vorweisen kann. Meist wird er für Actionfilme wie „Fast & Furious“ gebucht, schließlich ist er seiner Bodybuilder-Figur treu geblieben. Im neuen Netflix-Film suchte er offenbar eine etwas anders gepolte Rolle, er spielt den langweiligen Immobilienmakler Rudd, der sich über Statussymbole identifiziert und wenig Freude im Leben hat. Auf der anderen Seite soll der Name Eric André Liebhaber von chaotischer Slapstick-Comedy anlocken.
Denn der Amerikaner mit der wilden Frisur ist bekannt für seine Streiche, Parodien und Surrealkomik. Das alles musste er aber für den Part in „Little Brother“ ordentlich zähmen. Darin spielt er Rudds kleinen Pflegebruder Marcus, der nach Jahrzehnten plötzlich in dessen geordnetem Leben auftaucht und alles gehörig durcheinanderbringt. Rudd passt es zunächst gar nicht, dass alle sich mit Marcus rasch anfreunden, doch Schritt für Schritt wird auch sein Leben dadurch reicher.
Der Kontrast der beiden Hauptdarsteller funktioniert, sie sind ein liebenswertes Duo. Doch die Handlung ist so vorhersehbar und altbacken, dass man sich zwingen muss, nicht nebenbei aufs Handy zu schauen. Die emotional gemeinten Monologe aus dem Drehbuch wirken wie von einer künstlichen Intelligenz verfasst. Dazwischen wirken einige überbordende Slapstick-Szenen wie übergestülpt, etwa wenn Marcus aus unerfindlichem Grund aus einem Auto heraus pinkelt, was mit einem Totalschaden des Luxusvehikels endet. In solchen Momenten fühlt man sich ganz arg an 90er-Jahre-Komödien erinnert, mit möglichst viel Fäkalhumor und wenig Hirn. Es hilft also alles Bemühen der beiden sympathischen Hauptdarsteller nichts, „Little Brother“ bleibt seichte Unterhaltung, wie man sie auf Streamingplattformen massenhaft findet.
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