Klagsdrohungen:

Polit-Streit am Weinberg nach Blaufränkisch-Affäre

Burgenland
22.05.2026 05:00

Der „Krone“-Bericht über einen international hochdekorierten Roten, der trotz größten Lobs durch Weinexperten bei der staatlichen Kommission durchfiel, schlägt noch immer hohe Wellen im Weinglas – nun gibt es sogar eine Klage und eine Rücktrittsforderung!

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, in diesem Fall wirft die Diskrepanz aber Fragen auf. Wie berichtet, wurde der edle Tropfen „Blaufränkisch Alte Reben Lutzmannsburg 2023“ von renommierten Weinexperten über den grünen Klee gelobt, in Österreich fiel der Rote jedoch durch. Er erhielt in Folge keine Prüfnummer und darf daher nicht als Qualitätswein bezeichnet werden.

Die Idylle trügt: In der heimischen Winzerszene gärt es aktuell gewaltig.
Die Idylle trügt: In der heimischen Winzerszene gärt es aktuell gewaltig.(Bild: Peter Tomschi)

„Dreiste Verleumdungskampagne“
Der betroffene Winzer Roland Velich aus Großhöflein im Burgenland machte den Fall – mit Rückendeckung von Staatssekretär Sepp Schellhorn – öffentlich. Und sieht sich nach eigenen Angaben nunmehr mit einer „dreisten Verleumdungskampagne“ konfrontiert. Dies gipfelte schließlich in einem wilden Geplänkel mit dem Leiter des Bundesamts für Weinbau, Rudolf Dorner, in sozialen Medien.

Zitat Icon

Wir Winzer, die schon Opfer eines überholten Weingesetzes sind, werden mit nachweisbar falschen Vorwürfen besudelt. Ich werde mich dagegen zur Wehr setzen.

Winzer Roland Velich

Macht und Einfluss im Winzer-Kosmos
Velich forderte nun Dorner zum Rücktritt auf. Parallel dazu bereitet der Winzer eine Klage gegen das Magazin Vinaria vor, das „einen nachweislich falschen Artikel“ rund um die Rotwein-Posse publiziert haben soll. Dafür engagierte er den renommierten Anwalt Michael Rami. Im Hintergrund gibt’s freilich ein Tauziehen um ein neues Weingesetz. Es geht um Macht und Einfluss im Winzer-Kosmos. 

Weiterentwicklung der Prüfnummer angedacht
Nach Aufkommen der Blaufränkisch-Affäre flogen in der Branche die Hackeln jedenfalls tief. Im Gespräch mit der „Krone“ sieht Weinbau-Präsident Johannes Schmuckenschlager den politischen und juristischen Hickhack aber gelassen: „Fakt ist, es wird ein neues Weingesetz in Absprache mit allen Parteien im Parlament geben. Dabei ist auch eine entsprechende Weiterentwicklung der Prüfnummer angedacht. Die Qualitätsparameter werden aber auch in Zukunft höchste Priorität haben, zum Schutz unseres Weinlands.“ Getreu dem Sprichwort: Wer trinkt, soll reinen Herzens sein, mit Wein ist nicht zu scherzen.

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