Marie Rötzer setzt in ihrer ersten Spielzeit als Direktorin im Theater in der Josefstadt ab September in 14 Premieren und 7 Wiederaufnahmen auf Bewährtes und setzt behutsam neue Akzente.
Stücke von Shakespeare bis Schnitzler, von Nestroy bis Turrini. Auf der Bühne Publikumslieblinge wie Maria Köstlinger, Michael Dangl oder Joseph Lorenz. Trotz der Unruhe, die Marie Rötzer mit ihren personellen Umstrukturierungen im Theater in der Josefstadt ausgelöst hatte: Ihre erste Saison als Direktorin strotzt (zumindest auch) vor Kontinuität.
Bei der Präsentation ihrer ersten Spielzeit, die sie mit Schnitzlers „Komödie der Verführung“ im Haupthaus und mit Turrinis „Der tollste Tag“ in den Kammerspielen eröffnet, betonte die Neo-Chefin genau diese Linie: Es sei „ein Programm, das viel Neues bietet, aber auch Kontinuitäten hält“ und mit dem sie die Josefstadt als „das relevante Literaturtheater Wiens“ positionieren will.
„Sinnlich, spielerisch und bildstark“
Mit neuen Regiestilen soll auch eine neue Ästhetik einziehen: „sinnlich, spielerisch und bildstark“. Weiters bekannte sich Rötzer zum Ensembletheater. Dass dieses Ensemble von 46 auf 36 Darsteller reduziert wurde (27 wurden übernommen), sei aber „eine inhaltliche Frage“, so Rötzer: „Ich finde diese Größe sehr passend – es ist eine flexible Größe. Am Theater gibt es eben nicht so viele Hauptrollen!“
Komödie der Verführung von Arthur Schnitzler, Regie: Ildikó Gáspár, ab 3. September
Romeo und Julia von William Shakespeare, Regie: Stefan Pucher, ab 1. Oktober
Das Mädl aus der Vorstadt von Johann Nestroy, Regie: Dominique Schnizer, ab 12. November
Inter alia von Suzie Miller, Regie: Daniela Löffner, 17. 12.
Aus der Fremde/Ellis Island von Ernst Jandl/Georges Perec, Regie: Jossi Wieler, ab 30. Jänner
Eine blassblaue Frauenschrift von Franz Werfel, Regie: Oliver Reese, ab 25. Februar
Der Geizige von Molière, Regie: Tina Lanik, ab 3. 4. 2027
Die Blendung von Elias Canetti, Regie: Nikolaus Habjan, ab 20. 5. 2027
Der tollste Tag von Peter Turrini, Regie: Anna Stiepani, ab 5. September
Letzte Runde – Bernstein & Karajan im Hotel Sacher von Peter Danish. Regie: Guy Ben-Aharon, ab 15. Oktober
Guten Abend, Herr Morgan! von Teresa Präauer, Regie: Ruth Brauer-Kvam, ab 3. Dezember
Glücklich die Glücklichen von Yasmina Reza, Regie: Mira Stadler, ab 21. 1. 2027
Die Glasmenagerie von Tennessee Williams, Regie: Max Lindemann, ab 11. März
Carmen darf nicht platzen von Ken Ludwig, Regie: Dominic Oley, ab 29. April
Infos und Details unter www.josefstadt.org
Dafür kommen prominente Gäste: Verena Altenberger wird in der Erstaufführung „Inter alia“ von Suzie Miller die Hauptrolle spielen, Nino aus Wien wird in Nestroys „Das Mädl aus der Vorstadt“ als Musiker und Schauspieler dabei sein. Insgesamt ist Theater für die 1967 geborene Rötzer „kein Rückzugsort, sondern einer, an dem Gegenwart verhandelt wird – mit Mut, Zuversicht und Gestaltungswillen für eine bessere Welt.“
Der aus Braunschweig nach Wien wechselnde neue Kaufmännische Direktor Stefan Mehrens meldete sich zu der finanziellen Situation: „Wir haben gute Rahmenbedingungen vorgefunden, um die erste Spielzeit zu planen. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen.“ 2026 erhält das Theater 12,7 Mio. Euro von der Stadt Wien und 10,7 Mio. Euro vom Bund. Mehrens rechnet mit „stabil“ bleibenden Subventionen.
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