Technik aus Burgenland

Rehkitz-Suche von oben mit Drohne und Wärmekamera

Burgenland
08.05.2026 08:00

Wenn die erste Mahd beginnt, wird das hohe Gras für viele Rehkitze oft zur tödlichen Falle. Die Technik soll das jetzt verhindern.

Schön langsam beginnt die Setzzeit bei den Rehen. Die meisten Kitze werden Ende Mai geboren. Das Muttertier legt die Kleinen dann oft im hohen Gras ab. Das Problem: Auch wenn Gefahr besteht, laufen die Bambis nicht weg, sondern verharren in ihrem Nest.

Mäht der Bauer das Feld, entdeckt er die Kleinen oft erst, wenn es zu spät ist und sie entweder schwer verletzt oder gar tot sind. Laut Schätzungen sterben in Österreich jährlich bis zu 25.000 Rehkitze bei Mäharbeiten. Die Firma Termvise aus Gattendorf im Burgenland will genau das verhindern.

Rehkitze ducken sich in ihrem Nest. Sie laufen nicht weg, wenn Gefahr droht. Dementsprechend ...
Rehkitze ducken sich in ihrem Nest. Sie laufen nicht weg, wenn Gefahr droht. Dementsprechend werden sie oft bei der Mahd verletzt.(Bild: Kärntner Jägerschaft)

Unternehmen arbeitet mit Drohnentechnik 
Dafür setzt Termvise eine mit Thermalkamera ausgestattete Drohne ein, mit der Felder vor der Mahd systematisch abgesucht werden. Nach Auskunft des Tiroler Jagdverbandes (tjv.at/plattform-rehkitzrettung) ist Termvise aktuell der einzige gelistete Anbieter im Nordburgenland für Rehkitzsuche mit Drohne und Thermalkamera. „Wir bieten diesen Service bewusst nur gegen einen kleinen Unkostenbeitrag an. Für uns im Fokus steht dabei der Schutz der Rehkitze und das Anliegen, Landwirten sowie Jägern unkompliziert zu helfen“, so Geschäftsführer Mario Markl.

Heuer war Termvise bereits in Kittsee im Einsatz: Für Landwirt Johann Szeliansky wurden rund 3,5 Hektar vor der Mahd kontrolliert. Auch wenn es noch früh für Rehkitze ist, wollte man auf Nummer sicher gehen. Gemeinsam mit dem Kittseer Jäger Josef Roth wurden die Flächen systematisch abgeflogen. Wird ein Rehkitz entdeckt, wird es von Jägern gesichert und aus dem Gefahrenbereich umgesetzt. Diesmal wurde nichts gefunden. „Aber jedes gerettete Kitz ist positiv“, so die Verantwortlichen.

Der Hauptfokus der Firma liegt aber auf anderen Drohnendienstleistungen. „Unser Einsatzbereich reicht von der thermografischen Überprüfung von PV-Anlagen über die Haustiersuche und Vermessung von Wildschäden bis hin zur Erstellung digitaler Zwillinge von Anlagen und Flächen“, so Geschäftsführer Thomas Ranits.

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