Das US-Justizministerium untersucht Medienberichten zufolge eine Reihe von verdächtigen Transaktionen auf dem Ölmarkt, die kurz vor Ankündigungen von Präsident Donald Trump und anderen Regierungsvertretern im März und April getätigt wurden. Es liegt der Verdacht des Insiderhandels nahe.
Eine Auswertung von Börsendaten durch die Nachrichtenagentur Reuters ergab, dass sich das Volumen der auffällig gut platzierten Geschäfte über verschiedene Börsen und Derivate hinweg auf bis zu 7 Milliarden Dollar (rund 6 Mrd. Euro) summierte. Bisherigen Berichten zufolge waren es 2,6 Milliarden Dollar (rund 2,2 Mrd. Euro).
Wetten auf Rohöl, Diesel und Benzin
Die Transaktionen fanden an den Rohstoffbörsen ICE und CME statt und umfassten Terminkontrakte für Rohöl, Diesel und Benzin. Wer die Wetten platzierte und von wo aus dies geschah, ist unklar. Bei den Wetten handelte es sich um sogenannte Leerverkäufe (Short-Positionen), bei denen Investoren auf sinkende Kurse setzen. Da die Ölpreise an den fraglichen Tagen um mehr als zehn Prozent einbrachen, dürften die Unbekannten Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe eingestrichen haben.
Warnung an alle Bundesbediensteten
Eine Quelle betonte gegenüber NBC News, dass sich die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befänden und es bisher keine Beweise für strafbares Fehlverhalten gebe. Neben den aktuellen Untersuchungen wollen die Ermittler in einem separaten Verfahren auch verdächtige Aktivitäten auf Spekulationsplattformen prüfen, die ebenfalls mit dem Iran-Krieg zusammenhängen. Auch die für Rohstoffgeschäfte zuständige Bundesbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sei in die Ermittlungen involviert.
Die US-Regierung hatte ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davor gewarnt, nicht-öffentliche Informationen zum eigenen finanziellen Vorteil zu nutzen. „Alle Bundesbediensteten unterliegen den Ethikrichtlinien der Regierung, die die Nutzung nicht-öffentlicher Informationen zum finanziellen Vorteil verbieten“, teilte ein Sprecher mit.
Gegenseitiger Beschuss in der Straße von Hormuz
Die Regierung in Washington wartet unterdessen auf eine Antwort Teherans auf einen US-Vorschlag zur formellen Beendigung des Krieges. Der Plan sieht vor, die Kämpfe zu stoppen, klammert aber die größten Streitpunkte für spätere Verhandlungen vorerst aus. Dazu gehören die US-Forderungen nach einer Aussetzung des iranischen Atomprogramms und der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz.
Trotz der derzeit gültigen Waffenruhe haben sich die USA und der Iran am Donnerstag gegenseitig in der Meerenge beschossen. „US-Streitkräfte wehrten unprovozierte iranische Angriffe ab und reagierten mit Schlägen zur Selbstverteidigung“, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) des US-Militärs auf der Plattform X mit. Das iranische Militär bestätigte Angriffe auf US-Kriegsschiffe und machte dafür US-Attacken auf einen iranischen Öltanker verantwortlich.
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