Was wir lernen können

Innovative Schweiz: Wenn Roboter Häuser bauen

Kärnten
07.05.2026 14:00

Holz-Hybridbau wie aus der Zukunft: Wie die Schweiz Forschung nutzt, um innovative Gebäude umzusetzen, haben sich Kärntner und burgenländische Unternehmer in und um Zürich angeschaut.

„Der Trend geht immer mehr in die Richtung, dass alles aus einer Hand kommt“ – dabei sind sich die Unternehmer und Vertreter der Kärntner Wirtschaftskammer einig. Denn hinter den Kulissen des Schweizer Baugewerbes zeigt sich: Etliche Firmen investieren in praxis- und industrienahe Forschung, im Fokus stehen Kreislaufwirtschaft, digitale Innovationen wie KI und Nachhaltigkeit.

Gebaut wird mit Holz, Roboter verbauen natürliche Erdmaterialien wie Lehm (sogenanntes Impact Printing) und eigene Forschungsteams experimentieren mit CO2-negativem Baustoff – also mit Materialien, die der Atmosphäre mehr Kohlenstoffdioxid entziehen, als bei ihrer Herstellung freigesetzt wird, und diesen speichern.

„Alles muss aus einer Hand kommen“
„Von Planung über Entwicklung bis zum Bauen kommt hier alles von einem Unternehmen“, sind Karl Liesnig und Sohn Maximilian (20), die ein Planungsbüro im Kärntner Bleiburg betreiben, begeistert: „Dieses ganzheitliche Denken ist etwas, das wir mit nach Hause nehmen. Das Ziel muss es sein, unsere kleinen Strukturen so zu nutzen und zu vernetzen, dass ein ganzheitliches System entsteht. Wir fühlen uns durch die Außenwirtschaft hier sehr gut vertreten, uns wurden alle Türen geöffnet.“

Die schwarzen Punkte bestehen aus CO2-negativem Baustoff.
Die schwarzen Punkte bestehen aus CO2-negativem Baustoff.(Bild: Clara Milena Steiner)
Das Unternehmen Erne AG setzt Roboter im Holz-Hybridbau ein.
Das Unternehmen Erne AG setzt Roboter im Holz-Hybridbau ein.(Bild: Clara Milena Steiner)
Beim Impact Printing, hier an der ETH Zürich, baut ein Roboter mit Lehmteilen eine Mauer – ...
Beim Impact Printing, hier an der ETH Zürich, baut ein Roboter mit Lehmteilen eine Mauer – nachhaltiger und schneller als aus Beton.(Bild: Clara Milena Steiner)
Die Unternehmer aus Kärnten und dem Burgenland waren beeindruckt.
Die Unternehmer aus Kärnten und dem Burgenland waren beeindruckt.(Bild: Clara Milena Steiner)

„Wir wollen neue Technologien sehen, zurzeit ist die Situation ja nicht so lustig in Österreich. Wir haben bei einer Fülle von Betriebsbesuchen und Vorträgen gesehen, dass es Entwicklungen gibt, die in Zukunft auch für unsere Betriebe dienlich sein werden“, ist Anton Putz, der burgenländische Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Burgenland, überzeugt.

Wie Roboter in der Bauwirtschaft arbeiten
Den Einsatz von Robotern – sie planen, fräsen, schneiden, bauen – sieht Fritz Klaura, Kärntner Landesinnungsmeister für Holzbau, kritisch: „In Zeiten des Fachkräftemangels ergibt das Sinn, aber bei Um- und Ausbauten bringt mir der Roboter nichts. Beeindruckend ist das Fachwissen der Schweizer – viele machen Lehre und studieren. Wenn ein Architekt sich auch im Holzbau auskennt, weil er gelernter Zimmerer ist, ist das natürlich großartig.“

„Es wird hier auch viel mehr geforscht als bei uns“, fällt Claudia Müller, selbstständige Baumeisterin aus dem Burgenland, auf: „Und obwohl die Firmen hochpreisig sind, verkaufen sie sich gut. Sie schaffen es, alt und neu gut miteinander zu kombinieren.“ Trotz der omnipräsenten Innovation würden sich die Schweizer Firmen auf „altes Handwerk stützen“, sagt sie: „Es wurde schon vor langer Zeit mit Holz und Lehm gebaut, jetzt kommt das wieder. Immer mit Fokus auf Einfachheit, so werden auch Fehler vermieden.“

Eine Herausforderung bleibt: Forschung bietet Prototypen, Baupraxis braucht funktionierende Prozesse. Der Austausch trägt immerhin bereits zaghafte Früchte – Kooperationen wurden angedacht.

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