Zahlen verdoppelt

Argentinien: Hantavirusfälle nehmen dramatisch zu

Ausland
08.05.2026 07:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius wird gerätselt, von wo genau in Argentinien der Erreger eingeschleppt wurde. Fest steht, dass die Infektionen mit dem Andesvirus, einem besonders gefährlichen Typ des Hantavirus, in der Region zunehmen: Die Fälle haben sich seit Juni 2025 im Vergleich zum Vorjahr etwa verdoppelt.

Es ist noch unklar, wo genau sich Patient Null infiziert hatte. Dies könnte in der argentinischen Stadt Ushuaia passiert sein, wo einige Passagiere von Bord gegangen waren. Das Gebiet wird von Experten nach einer „möglichen Präsenz des Virus“ untersucht, wie das argentinische Gesundheitsministerium mitteilte. Auch die Patagonischen Anden, die das verstorbene niederländische Paar vor seiner Reise mit dem Kreuzfahrtschiff besucht hat, sind ein möglicher Ort der Ansteckung.

Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf der M!S Hondius starben drei Menschen.
Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf der M!S Hondius starben drei Menschen.(Bild: EPA/ELTON MONTEIRO)

Die Fälle des Andesvirus nehmen jedenfalls dramatisch in der Region zu. In den 1990er-Jahren wurde erstmals festgestellt, dass der Erreger auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Gefährliche Gebiete weiten sich aus
Das argentinische Gesundheitsministerium erklärte in dieser Woche, dass  101 Hantavirus-Infektionen seit Juni 2025 verzeichnet wurden – doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein heuer wurden laut Lavanguardia.com 41 Fälle gemeldet. Auch die Orte, wo man sich infizieren kann, haben sich ausgeweitet: Früher galten nur die südlichen Ausläufer Patagoniens als Ansteckungsorte, mittlerweile werden 83 Prozent der Fälle im äußersten Norden Argentiniens verzeichnet. 

Durch Klimawandel breiten sich Nager als Überträger aus
Das sei aber kein Anzeichen dafür, dass der Erreger mutiert und dadurch tödlicher geworden sei, wie Virologe Jonas Schmidt-Chanasit gegenüber „20 Minuten“ erklärt. „Dass es zu mehreren Fällen kommt, bedeutet nicht automatisch, dass das Virus mutiert oder ansteckender geworden ist“, so der Experte. Der Klimawandel könnte die Zunahme der Fälle begünstigen – Dürre und heftige Regenfälle sorgen für eine Ausbreitung der Reisratte.

„Wenn die Niederschläge zunehmen, steigt auch das Nahrungsangebot, die Nagerpopulationen wachsen, und wenn es infizierte Nager gibt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung zwischen Nagern – und schließlich auf den Menschen», erklärte Raúl González Ittig von der Nationalen Universität von Córdoba gegenüber der Agentur AP.

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