Zu Besuch bei Trump

König Charles und Camilla auf heikler US-Mission

Royals
27.04.2026 22:31
Porträt von Kronen Zeitung
Von Kronen Zeitung

Es ist ein Besuch in schwierigem Fahrwasser. Trotz der Schüsse beim Korrespondentendinner in Washington am Samstag sind König Charles III. und Königin Camilla zum Staatsbesuch in die USA gereist. Neben der Sicherheitsthematik stehen noch Themen wie die Epstein-Files, die Zollpolitik und die ausbleibende Iran-Unterstützung im Raum. 

Anlass des Besuches der royalen Staatsgäste ist der 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung im Sommer. Nach dem Schusswechsel und den dramatischen Bildern des Korrespondentendinners in Washington waren die Pläne praktisch in letzter Minute noch einmal überprüft worden, wie der Britische Palast mitteilte.

Ein bewaffneter Mann hatte am Samstagabend versucht, in den Ballsaal zu gelangen, wo US-Präsident Donald Trump und andere Regierungsmitglieder an dem Dinner teilnahmen. Der Monarch werde auf dem Gelände des Weißen Hauses „sehr sicher“ sein, sagte Trump dem Sender „CBS“ vor der Ankunft der Royals.

Hoher Besuch trotz Schüssen bei Dinner
Charles und Königin Camilla landeten am Montag auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews in der Nähe von Washington. Höhepunkt der mehrtägigen Visite sind ein Gespräch mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus und ein Staatsbankett sowie eine Rede des Monarchen vor dem US-Kongress am Dienstag.

Wie der Buckingham-Palast Sonntagabend mitteilte, wird der Besuch des britischen Königspaares trotz der jüngsten Schüsse beim Korrespondentendinner wie geplant stattfinden. Charles brachte noch am Sonntag seine „große Erleichterung“ zum Ausdruck, dass Trump unversehrt blieb. Zugleich kündigte der Palast eine Überprüfung der Detailpläne der Reise an. „Wie zu erwarten, wird es über den Tag verteilt eine Reihe von Gesprächen geben, um mit US-Kollegen und unseren entsprechenden Teams darüber zu sprechen, in welchem Maße die Ereignisse vom Samstag die Pläne für den Besuch beeinflussen“, sagte ein Palastsprecher demnach.

König Charles und Donald Trump beim Empfang im Weißen Haus
König Charles und Donald Trump beim Empfang im Weißen Haus(Bild: AP/Alex Brandon)
(Bild: AP/Alex Brandon)
(Bild: AFP/SAUL LOEB)
(Bild: AFP/BRENDAN SMIALOWSKI)
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(Bild: AFP/KENT NISHIMURA)
Das Flugzeug der Royals auf der Landebahn der Joint Base Andrews in Maryland.
Das Flugzeug der Royals auf der Landebahn der Joint Base Andrews in Maryland.(Bild: AFP/WIN MCNAMEE)

Rede vor Kongress
Charles wird am Dienstag seine mit Spannung erwartete Rede vor dem US-Kongress halten. Charles ist erst der zweite Monarch nach seiner Mutter Queen Elizabeth II., der vor dem Kongress sprechen wird. Die Reise des Königs und seiner Frau, Königin Camilla (78), werden von den zuletzt angespannten britisch-amerikanischen Beziehungen überschattet. Am Abend soll ein Galadiner mit US-Präsident Donald Trump stattfinden.

Trump gilt als Royal-Verehrer
Im Regierungssitz Downing Street hofft man, dass Charles die zuletzt angespannten Beziehungen zu den USA verbessern kann. Donald Trump gilt als Verehrer der britischen Royals, Charles als erfahrener Diplomat. Trump lobte den König im Vorfeld gegenüber „Fox News“ als „großartigen Menschen“ und „herausragenden Repräsentanten“. Beide verbinde seit Langem eine Freundschaft. Geplant sei für Montag ein privates Treffen des Königspaars mit Trump und seiner Frau Melania. Weitere Programmpunkte sind unter anderem eine Gartenparty, eine militärische Zeremonie und ein Staatsbankett. Zudem soll Charles als erst zweiter britischer Monarch nach Queen Elizabeth II. vor dem US-Kongress sprechen.

Der Besuch gilt als diplomatisch heikel. Trump hatte sich zuletzt wiederholt kritisch über Premierminister Keir Starmer geäußert, auf dessen Initiative die Reise stattfindet. Ein Streitpunkt ist die fehlende britische Unterstützung im Iran-Konflikt. Auch in anderen Fragen gibt es Differenzen: Trump äußerte den Wunsch, Kanada in die USA einzugliedern – Charles ist dort Staatsoberhaupt. Zudem vertritt der König konsequent Umwelt- und Klimaschutzpositionen, während Trump den Klimawandel infrage stellt. Dennoch zeigt sich Charles laut „Sunday Times“ optimistisch.

Kein Treffen mit Epstein-Opfern
Im Anschluss reist das Königspaar nach New York und Virginia, wo Treffen mit Rettungskräften, Angehörigen von 9/11-Opfern und dem demokratischen Bürgermeister New Yorks, Zohran Mamdani auf dem Programm stehen. In Virginia wollen die Royals Vertreter der amerikanischen Ureinwohner treffen. Ein Treffen mit Opfern des Missbrauchsskandals um Jeffrey Epstein wies der Britische Palast allerings ab. Charles’ Bruder Prinz Andrew war mit dem Sexualstraftäter befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.

Ganz ausweichen können werde der König dem Thema aber nicht, prophezeiten britische Medien. Er und andere Aktivisten wollen während der Rede des Königs im Kongress ganz in der Nähe Präsenz zeigen, sagte der Bruder Giuffres, Sky Roberts, der am Wochenende an einem Gedenken für seine Schwester teilnahm. Giuffre hatte sich vor einem Jahr das Leben genommen. Roberts hatte den König bei einem BBC-Interview eindringlich um ein Treffen gebeten.

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