Heikler Besuch

König Charles und Camilla in Washington gelandet

Royals
27.04.2026 21:11
Porträt von Kronen Zeitung
Von Kronen Zeitung

Es ist ein Besuch in schwierigem Fahrwasser. Trotz der Schüsse beim Korrespondentendinner in Washington am Samstag sind König Charles III. und Königin Camilla zum Staatsbesuch in die USA gereist. Neben der Sicherheitsthematik stehen noch Themen wie die Epstein-Files, die Zollpolitik und die ausbleibende Iran-Unterstützung im Raum. 

Anlass des Besuches der royalen Staatsgäste ist der 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung im Sommer. Nach dem Schusswechsel und den dramatischen Bildern des Korrespondentendinners in Washington waren die Pläne praktisch in letzter Minute noch einmal überprüft worden, wie der Britische Palast mitteilte. Ein bewaffneter Mann hatte am Samstagabend versucht, in den Ballsaal zu gelangen, wo US-Präsident Donald Trump und andere Regierungsmitglieder an dem Dinner teilnahmen. Der Monarch werde auf dem Gelände des Weißen Hauses „sehr sicher“ sein, sagte Trump dem Sender „CBS“ vor der Ankunft der Royals.

Vom Palast in London hieß es, der 77-jährige König werde vollständig über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten und sei „sehr erleichtert zu hören, dass der Präsident, die First Lady und alle Gäste unverletzt geblieben sind“. Nach Diskussion auf „beiden Seiten des Atlantiks“ und „auf Anraten der (britischen) Regierung“ wurde beschlossen: Die Royals reisen wie geplant zu Trump.

Das Flugzeug der Royals auf der Landebahn der Joint Base Andrews in Maryland.
Das Flugzeug der Royals auf der Landebahn der Joint Base Andrews in Maryland.(Bild: AFP/WIN MCNAMEE)

Trump gilt als Royal-Verehrer
Im Regierungssitz Downing Street hofft man, dass Charles die zuletzt angespannten Beziehungen zu den USA verbessern kann. Donald Trump gilt als Verehrer der britischen Royals, Charles als erfahrener Diplomat. Trump lobte den König im Vorfeld gegenüber „Fox News“ als „großartigen Menschen“ und „herausragenden Repräsentanten“. Beide verbinde seit Langem eine Freundschaft. Geplant sei für Montag ein privates Treffen des Königspaars mit Trump und seiner Frau Melania. Weitere Programmpunkte sind unter anderem eine Gartenparty, eine militärische Zeremonie und ein Staatsbankett. Zudem soll Charles als erst zweiter britischer Monarch nach Queen Elizabeth II. vor dem US-Kongress sprechen.

Der Besuch gilt als diplomatisch heikel. Trump hatte sich zuletzt wiederholt kritisch über Premierminister Keir Starmer geäußert, auf dessen Initiative die Reise stattfindet. Ein Streitpunkt ist die fehlende britische Unterstützung im Iran-Konflikt. Auch in anderen Fragen gibt es Differenzen: Trump äußerte den Wunsch, Kanada in die USA einzugliedern – Charles ist dort Staatsoberhaupt. Zudem vertritt der König konsequent Umwelt- und Klimaschutzpositionen, während Trump den Klimawandel infrage stellt. Dennoch zeigt sich Charles laut „Sunday Times“ optimistisch.

Kein Treffen mit Epstein-Opfern
Im Anschluss reist das Königspaar nach New York und Virginia, wo Treffen mit Rettungskräften, Angehörigen von 9/11-Opfern und dem demokratischen Bürgermeister New Yorks, Zohran Mamdani auf dem Programm stehen. In Virginia wollen die Royals Vertreter der amerikanischen Ureinwohner treffen. Ein Treffen mit Opfern des Missbrauchsskandals um Jeffrey Epstein wies der Britische Palast allerings ab. Charles’ Bruder Prinz Andrew war mit dem Sexualstraftäter befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.

Ganz ausweichen können werde der König dem Thema aber nicht, prophezeiten britische Medien. Er und andere Aktivisten wollen während der Rede des Königs im Kongress ganz in der Nähe Präsenz zeigen, sagte der Bruder Giuffres, Sky Roberts, der am Wochenende an einem Gedenken für seine Schwester teilnahm. Giuffre hatte sich vor einem Jahr das Leben genommen. Roberts hatte den König bei einem BBC-Interview eindringlich um ein Treffen gebeten.

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