In der achten Verhandlungsrunde haben sich die Verhandler auf einen neuen Kollektivvertrag für die über 50.000 Beschäftigten der Chemischen Industrie geeinigt. Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen um 1,8 Prozent, maximal aber um 100 Euro, wie die Gewerkschaften PRO-GE und GPA mitteilen.
Dazu kommt eine Einmalzahlung von 300 Euro oder ein zusätzlicher freier Tag. Die Mindestlöhne und -gehälter und die Lehrlingseinkommen werden um zwei Prozent erhöht. Basis für die Gespräche war eine rollierende Inflation von 3,35 Prozent, der KV-Brutto-Mindestlohn lag bisher bei 2477 Euro.
Während die Arbeitnehmerseite zuletzt auf eine Lohn- und Gehaltserhöhung von drei Prozent pochte, verwiesen die Arbeitgeber auf Nulllohnrunden in Deutschland und boten laut Gewerkschaft 0,5 Prozent plus 300 Euro Einmalzahlung oder zwei Prozent ab Oktober 2026 bis April 2028.
Arbeitgeber wollten „de facto Nulllohnrunde“
„Dass heute dieser harte Kompromiss erzielt werden konnte, ist auf die Kampfkraft der Belegschaften zurückzuführen“, betonten die Gewerkschaftsverhandler Hubert Bunderla (PRO-GE) und Mario Mayrwöger (GPA) in einer Aussendung. Die Arbeitgeber hätten über sechs Runden auf einer „de facto Nulllohnrunde“ beharrt. Erst Betriebsversammlungen, Warnstreiks und befristete Streiks hätten „Bewegung in die Verhandlungen“ gebracht.
Erst am Mittwoch hatten wieder Streiks in mehreren Betrieben stattgefunden. Zuletzt hatte sich ein Streit zwischen den Sozialpartnern entzündet, ob die bisherigen Streiks rechtlich gedeckt sind, solange der alte KV noch gilt. Die Gewerkschaft beharrte auf ihrem Streikrecht.
Die rund 230 Unternehmen der Chemischen Industrie mit mehr als 50.000 Beschäftigten sind unter anderem in der Produktion von Pharmazeutika, Kunststoffen und Kunststoffwaren, Fasern, Lacken, Düngemitteln oder auch organischen und anorganischen Chemikalien tätig.
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