„Geldtransfers, Flüge“

Bereiten Orbán und seine Freunde ihre Flucht vor?

Außenpolitik
27.04.2026 15:50

Medienberichten und Oppositionschef Péter Magyar zufolge versuchen seit der Wahlniederlage von Viktor Orbán zahlreiche Vertraute und Günstlinge des ungarischen Premiers ihr Vermögen vor möglichen Korruptionsermittlungen in sichere ausländische Häfen zu bringen. Zudem ist auch von einer möglichen Flucht Orbáns in die USA die Rede. Die noch im Amt weilende Regierung hat nun auf die Vorwürfe reagiert.

Wie die Online-Ausgabe des britischen „Guardian“ berichtet, haben bereits drei Personen „aus dem innersten Zirkel“ des rechtsnationalen Premiers große Teile ihres Vermögens in den Oman, Saudi-Arabien bzw. die Vereinigten Arabischen Emirate transferiert – zum Teil an Bord von Privatjets. Die Zeitung beruft sich dabei auf zwei Informanten aus der Regierungspartei Fidesz.

„Orbán nahestehende Oligarchen bringen derzeit Milliarden an Forint in ferne Länder. Ich rufe daher zum wiederholten Male die Generalstaatsanwaltschaft, die Bundespolizeidirektion und das Finanzamt auf, jene Personen zu verhaften, die dem ungarischen Volk einen Milliardenschaden verursacht haben“, schrieb Magyar am Wochenende auf seiner Facebook-Seite.

Péter Magyar fordert die zuständigen Behörden des Landes auf, die Flucht von Vertrauten des ...
Péter Magyar fordert die zuständigen Behörden des Landes auf, die Flucht von Vertrauten des scheidenden Premiers bzw. den Transfer ihres Vermögens ins Ausland zu verhindern.(Bild: APA/AFP/Attila KISBENEDEK)

Der künftige Ministerpräsident erwähnte in diesem Zusammenhang den Jugendfreund Orbáns, Lörinc Mészáros, der von einem einfachen Installateur mithilfe staatlicher Aufträge zum vermögendsten Mann Ungarns avanciert war. Bereits kurz nach der Parlamentswahl am 12. April ging das Gerücht um, dass Mészáros‘ Privatjet abgehoben sei.

Magyar erklärte auch, dass einige der erwähnten Geschäftsleute ihre Kinder bereits von den Schulen abgemeldet und Sicherheitsleute in der künftigen Heimat angeheuert hätten. Zudem würden Regierungsdokumente im großen Stil in Ministerien und Ämtern vernichtet, warnte der Chef der Tisza-Partei, die im künftigen Parlament über eine Zweidrittelmehrheit verfügen wird, vor einigen Tagen.

Freunde und Vertraute des scheidenden ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán fürchten nun um ...
Freunde und Vertraute des scheidenden ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán fürchten nun um ihr Erspartes. In den vergangenen Tagen und Wochen soll es Medienberichten zufolge intensive Geldbewegungen gegeben haben.(Bild: AP/Petr David Josek)

Investigativjournalist: „Orbán plant längeren US-Aufenthalt“
Der Investigativjournalist Szabolcs Pányi, der zuletzt mit Berichten über abgehörte Telefonate zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ungarischen Gegenüber für Aufsehen gesorgt hatte, erwähnte in diesem Zusammenhang, dass der scheidende Premier „einen längeren Aufenthalt“ in den USA plane. Laut dem „Guardian“ ist der Flug Orbáns zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft am 11. Juni geplant. Laut Pányi gehören die USA – vor allem unter Präsident Donald Trump – schon seit Längerem zum „Plan B“ für Orbán-Vertraute.

Bereits seit geraumer Zeit weilt Orbáns Schwiegersohn István Tiborcz in den Vereinigten Staaten. Ihm wird auch massive Bereicherung auf Kosten der Steuerzahler vorgeworfen. Der Ehemann von Orbáns Tochter Rahel soll mit seinem damaligen Unternehmen Elios bei der Ausstattung von Städten und Gemeinden mit neuer öffentlicher Beleuchtung illegal Millionen Euro EU-Fördergelder kassiert haben.

Regierung: „Er schaut sich nur das WM-Finale in den USA an“
Auf all die Vorwürfe hat nun die noch amtierende Regierung nun reagiert und von „erneuten Fake News“ gesprochen. Zur USA-Reise Orbáns hieß es am Montag, es sei kein längerer Aufenthalt geplant. „Es gehört aber mittlerweile zu seinen Gewohnheiten, dass er sich gerne das WM-Finale anschaut“, informierte die Regierung in Budapest. Bereits zuvor war der Schredder-Vorwurf dementiert worden. So erklärte das Büro von Außenminister Péter Szijjártó, es habe sich lediglich um die Vernichtung von unnötigen Kopien gehandelt, nachdem alles elektronisch archiviert worden sei.

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