Für Iran-Verhandlungen

Trump meckert: Reisen „zu viel Zeitverschwendung“

Außenpolitik
25.04.2026 18:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs gibt es erneut einen Rückschlag. US-Präsident Donald Trump sagte Medienberichten zufolge die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns, Jared Kushner, nach Pakistan zunächst ab. 

Pakistan vermittelt in dem Konflikt zwischen dem Iran und den USA und versucht, eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den Konfliktparteien zustande zu bringen. Doch dies gestaltet sich alles andere als einfach. „Zu viel Zeitverschwendung durch das Reisen, zu viel Arbeit!“, wetterte Trump am Samstag auf Truth Social.

Die Hoffnungen darauf waren am Freitag gestiegen, nachdem der iranische Außenminister Abbas Araqchi am Abend in Islamabad eingetroffen war und das Weiße Haus angekündigt hatte, am Samstag eine Delegation dorthin zu entsenden. Trump schrieb nun auf Truth Social mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe „innerhalb ihrer ,Führung‘ enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung“. Niemand wisse, wer das Sagen habe, „nicht einmal sie selbst“. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand. „Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen!!!“

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Sie können uns jederzeit anrufen, aber ihr werdet keine 18-Stunden-Flüge mehr machen, um herumzusitzen und über nichts zu reden.

US-Präsident Donald Trump

Trump: Über Wiederaufnahme des Kriegs noch nicht nachgedacht
Zuvor hatten bereits der US-Sender Fox News und das Nachrichtenportal „Axios“ Trump mit ähnlichen Aussagen zitiert. „Ich habe meinen Leuten vor kurzem gesagt, sie bereiteten sich gerade auf die Abreise vor, und ich habe gesagt: ,Nein, ihr werdet keinen 18-Stunden-Flug machen, um dorthin zu gehen‘“, sagte Trump Fox News nach Angaben des Senders.

„Axios“ fragte Trump in einem Telefoninterview, ob die Absage der Reise bedeute, dass er den Krieg nun wieder aufnehmen werde. Der US-Präsident meinte demnach: „Nein. Das bedeutet es nicht. Wir haben noch nicht darüber nachgedacht.“ Kurz zuvor hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen, Araqchi sei wieder aus Islamabad abgereist, ohne US-Vertreter zu treffen.

Jared Kushner und Steve Witkoff
Jared Kushner und Steve Witkoff(Bild: AFP/JACQUELYN MARTIN)

Was eigentlich geplant war
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt hatte erst am Freitag angekündigt, dass Kushner und Witkoff Samstagfrüh (Ortszeit Washington) nach Pakistan aufbrechen würden. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, betonte sie.

Araqchi war Freitagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Aus dem Iran wurde die Darstellung des Weißen Hauses jedoch zurückgewiesen: Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei erklärte, es sei kein Treffen mit der amerikanischen Seite geplant – nur mit den pakistanischen Vermittlern werde gesprochen.

An diesem Samstag traf Araqchi dann nach Angaben des Staatssenders IRIB in Islamabad zunächst den pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen zur Beilegung des Kriegs spielt. Später sprach Araqchi auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif, wie dessen Büro mitteilte.

Was die US-Absage bedeutet
Dass die US-Vertreter nun gar nicht erst anreisen, unterstreicht, wie schwierig allein das Zustandekommen diplomatischer Gespräche zwischen den USA und dem Iran aktuell ist. Trump hatte am Dienstag einseitig die Waffenruhe mit dem Iran verlängert, ohne dabei ein klares Ende zu nennen. Kurz zuvor hatte der Iran einer Teilnahme an weiteren Verhandlungen in Pakistan eine Absage erteilt. Das Nachbarland des Irans vermittelt in dem Konflikt.

Verhandler der Konfliktparteien hatten sich in Islamabad vor zwei Wochen für eine erste direkte Gesprächsrunde getroffen - sie endete allerdings ohne Ergebnis. Zentrale Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran sind das iranische Atomprogramm und die Sperrung der Straße von Hormuz.

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