Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs gibt es erneut einen Rückschlag. US-Präsident Donald Trump sagte Medienberichten zufolge die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns, Jared Kushner, nach Pakistan zunächst ab.
Er habe seiner Delegation gesagt, sie sollten nicht fliegen, zitierte der US-Sender Fox News Trump. „Axios“-Reporter Barak Ravid schrieb auf der Plattform X ebenfalls, Trump habe ihn in einem Telefoninterview über die Absage der Reise informiert.
Das begründete er mit den Positionen der Iraner in den diplomatischen Bemühungen. „Ich habe meinen Leuten vor Kurzem gesagt, sie bereiteten sich gerade auf die Abreise vor, und ich habe gesagt: „Nein, ihr werdet keinen 18-Stunden-Flug machen, um dorthin zu gehen“, zitierte Fox News den US-Präsidenten. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand. „Sie können uns jederzeit anrufen, aber ihr werdet keine 18-Stunden-Flüge mehr machen, um herumzusitzen und über nichts zu reden“, sagte Trump demnach.
Sie können uns jederzeit anrufen, aber ihr werdet keine 18-Stunden-Flüge mehr machen, um herumzusitzen und über nichts zu reden.

US-Präsident Donald Trump
Bild: AP/Alex Brandon
Kurz zuvor hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen, der iranische Außenminister Abbas Araqchi sei wieder aus Islamabad abgereist, ohne US-Vertreter zu treffen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt hatte erst am Freitag angekündigt, dass Kushner und Witkoff Samstagfrüh (Ortszeit Washington) nach Pakistan aufbrechen würden. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, betonte sie.
Araqchi seit Freitagabend in Islamabad
Araqchi war Freitagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Aus dem Iran wurde die Darstellung des Weißen Hauses jedoch zurückgewiesen: Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei erklärte, es sei kein Treffen mit der amerikanischen Seite geplant – nur mit den pakistanischen Vermittlern werde gesprochen.
Am Samstag traf Araqchi dann nach Angaben des Staatssenders IRIB in Islamabad zunächst den pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen zur Beilegung des Kriegs spielt. Später sprach Araqchi auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shebaz Sharif, wie dessen Büro verriet.
Was die US-Absage bedeutet
Dass die US-Vertreter nun gar nicht erst anreisen, unterstreicht, wie schwierig allein das Zustandekommen diplomatischer Gespräche zwischen den USA und dem Iran aktuell ist. Trump hatte am Dienstag einseitig die Waffenruhe mit dem Iran verlängert, ohne dabei ein klares Ende zu nennen. Kurz zuvor hatte der Iran einer Teilnahme an weiteren Verhandlungen in Pakistan eine Absage erteilt. Das Nachbarland des Irans vermittelt in dem Konflikt.
Verhandler der Konfliktparteien hatten sich in Islamabad vor zwei Wochen für eine erste direkte Gesprächsrunde getroffen - sie endete allerdings ohne Ergebnis. Zentrale Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran sind das iranische Atomprogramm und die Sperrung der Straße von Hormuz.
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