Anke Fischer ist eine erfolgreiche Musikvermittlerin an der Elbphilharmonie in Hamburg; das „Handwerk“ hat sie in Linz gelernt. Noch immer ist sie mit Oberösterreich und der Stadt, die ihr in der Studienzeit zur zweiten Heimat geworden ist, verbunden. Mit der „Krone“ plaudert sie über Herausforderungen in der Klassik-Branche.
„Die vielen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu sehen, die an unseren Konzerten und Workshops teilnehmen, macht mich glücklich“, sagt Anke Fischer.
Die Musikvermittlerin und Kulturmanagerin arbeitet seit 2015 im Team der Elbphilharmonie in Hamburg und übernahm 2018 die Leitung der Education-Abteilung mit einem 30-köpfigen Team. Obwohl sie jeden Tag von ihrem Büro aus auf den Fernsehturm von Hamburg blickt, hat sie eine starke Bindung zu Linz.
„Krone“: Frau Fischer, warum mögen Sie Linz so?
Anke Fischer: Ich habe an der Anton Bruckner Privatuniversität Musikvermittlung studiert. Ich hatte gute Dozenten, es wurde eine große Bandbreite geboten, das Netzwerken, was Musikvermittlung alles sein kann, hat mich geprägt.
Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Die sehr enge Verbindung zwischen Ausbildung und Praxis – man wurde früh ermutigt, eigene Projekte zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Diese Mischung aus künstlerischer Freiheit und intensiver Betreuung hat mich nachhaltig geprägt. Ich verfolge die Entwicklungen der Universität weiterhin mit Interesse, und punktuell ergeben sich auch immer wieder Berührungspunkte.
Verfolgen Sie noch, was sich in Linz tut?
Ja, ich kenne zum Beispiel Norbert Trawöger, den neuen künstlerischen Leiter des Brucknerhauses, sehr gut und schätze ihn sehr.
Das Brucknerhaus arbeitet an einem neuen Profil als Konzerthaus. Welchen Rat könnten Sie geben?
Ein zentraler Punkt ist, das Publikum konsequent mitzudenken – nicht nur als Zuhörer, sondern als aktive Teilnehmende. Erfolgreiche Programmierung entsteht aus einer Balance zwischen künstlerischem Anspruch, gesellschaftlicher Relevanz und neuen Zugängen. Mut zu Experimenten ist dabei genauso wichtig wie ein klares künstlerisches Profil.
Was lieben Sie an Ihrem Job an der Elbphilharmonie?
Besonders berührend sind für mich Projekte, in denen Menschen erstmals mit klassischer Musik in Kontakt kommen und unmittelbar darauf reagieren. Ob Kinder, die zum ersten Mal ein Orchester live erleben, oder partizipative Formate – diese direkten Begegnungen zwischen Publikum und Musik. Das sind für mich die größten Highlights.
Welche Entwicklungen in der Musikbranche machen Ihnen Hoffnung – und welche beschäftigen Sie?
Hoffnung macht mir die zunehmende Öffnung der klassischen Musik. Es entstehen neue Konzertformate, es gibt interdisziplinäre Ansätze und einen stärkeren Fokus auf Diversität und Teilhabe. Gleichzeitig sehe ich Herausforderungen, etwa in der langfristigen Publikumsentwicklung und in der Frage, wie Institutionen strukturell flexibel bleiben können, ohne ihre künstlerische Qualität zu verlieren.

Was ist der Moment, in dem Sie spüren: Dafür mache ich den Job?
Wenn ich die vielen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sehe, die an unseren Konzerten und Workshops teilnehmen, das macht mich immer glücklich. Und auch, wenn ich das schöne Feedback des Publikums lese.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.