Wasser-Alarm

Warum jetzt sogar Brunnen ausgelassen werden

Oberösterreich
04.08.2026 11:20

Noch ist die Versorgung gesichert, doch die Warnsignale mehren sich: Der außergewöhnlich hohe Verbrauch zwingt Traun zum Handeln. Mit ungewöhnlichen Schritten und einem dringenden Appell an die Bevölkerung soll verhindert werden, dass aus der angespannten Lage ein ernstes Problem wird. 

Die anhaltende Hitzewelle bringt nun auch die Trinkwasserversorgung ins Schwitzen. Besonders betroffen ist Traun. Anders als Linz, Leonding, Pasching oder Ansfelden, die von der Linz AG versorgt werden, setzt die Stadt auf eigene Brunnen und Aufbereitungsanlagen – und ist damit selbst für ihre Reserven verantwortlich.

Stadtchef zog Reißleine
Nach einem Rekordverbrauch von mehr als 7300 Kubikmetern pro Tag zog Bürgermeister Karl-Heinz Koll nun die Reißleine. „Es ist nicht fünf nach zwölf, sondern fünf vor zwölf“, so der VP-Stadtchef. Über soziale Medien und einen Postwurf an alle Haushalte wurde zum Wassersparen aufgerufen. Mit Erfolg: „Ich muss den Traunern ein großes Danke aussprechen. Der Verbrauch ist am Wochenende bereits deutlich zurückgegangen.“

Kein laufendes Wasser beim Zähneputzen
Die Stadt appelliert, auf das Befüllen von Pools zu verzichten, Gärten nur bei Bedarf in den Morgen- oder Abendstunden zu gießen und unnötigen Wasserverbrauch – etwa durch Autowaschen, Vollbäder, überlanges Duschen oder laufendes Wasser beim Zähneputzen – zu vermeiden. „Wir wollen das Bewusstsein schärfen. Niemand weiß, wie lange die Hitzewelle noch anhält.“

Stadtchef Karl-Heinz Koll (o.) hofft auf die Mithilfe der Trauner.
Stadtchef Karl-Heinz Koll (o.) hofft auf die Mithilfe der Trauner.(Bild: elephants5)

Auch Vereine sollen mithelfen
Im Gespräch mit der „Krone“ klärte Koll gestern über weitere Schritte auf: „Ich habe veranlasst, dass unsere öffentlichen Brunnen, etwa jener im Schlosspark, ausgelassen werden. Zudem will ich die Trauner Vereine ersuchen, bei der Bewässerung von Sport- und Rasenflächen möglichst sparsam zu sein.“ Eine Wassersparverordnung, wie sie etwa in Grieskirchen gilt und bei Verstößen Strafen von bis zu 1000 Euro vorsieht, soll es in Traun nicht geben. „Das wollen wir vermeiden. Unser Ziel ist, dass die Menschen freiwillig mithelfen. Ich bin überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen.“ 

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