Kindesmissbrauch

Behörde leitet Verfahren gegen Telegram ein

Digital
22.04.2026 07:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung wegen möglicher Missbrauchsdarstellungen von Kindern gegen den Messengerdienst Telegram eingeleitet. Sie untersuche das „mutmaßliche Vorhandensein und die Weitergabe“ von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs, erklärte Ofcom am Dienstag. 

Telegram wies die Vorwürfe von Ofcom „kategorisch“ zurück. Seit 2018 habe Telegram „die öffentliche Verbreitung“ von Missbrauchsdarstellungen praktisch unterbunden. Man sei „überrascht“ von der Untersuchung und „besorgt“, dass diese Teil eines „umfassenderen Angriffs“ auf Online-Plattformen sein könnte, „die sich für Meinungsfreiheit und das Recht auf Privatsphäre einsetzen“.

Ofcom kann Geldstrafen in Höhe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes eines Unternehmens verhängen. Die Medienaufsichtsbehörde erklärte, sie habe „Beweise“ aus einer „eigenen Bewertung der Plattform“ sowie von einer kanadischen Kinderschutzorganisation erhalten.

Telegram hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als eine Milliarde aktive Nutzer pro Monat. Die Plattform wurde vom in Russland geborenen Unternehmer Pawel Durow mitgegründet. Durow wurde 2014 in Frankreich vorübergehend festgenommen. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, nicht genug gegen die Verbreitung illegaler Inhalte auf Telegram unternommen zu haben.

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