Tragisches Ende

Junge Luchsin auf Weg nach Kärnten überfahren

Kärnten
08.06.2026 21:00

Ein trauriger Vorfall erschüttert die Naturschutzszene im Alpen-Adria-Raum. Auf der italienischen Autobahn A23 bei Chiusaforte südlich von Tarvis wurde Anfang Juni eine junge Luchsin von einem Auto erfasst und getötet. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Fall eines Luchs-Unfalls auf einer italienischen Autobahn.

Für die Forscher des italienischen Projekts „Lince Italia“ ist der Verlust besonders schmerzlich: Das etwa einjährige Tier war erst vor wenigen Monaten aus dem slowenischen Triglav-Nationalpark aufgebrochen, um ein eigenes Revier zu finden.

Gerade für Kärnten hätte die junge Luchsin nämlich von großer Bedeutung sein können. Die Julischen und Karnischen Alpen gelten als wichtiger Korridor für die Rückkehr des Luchses in den Alpenraum. Immer wieder wandern Tiere aus Slowenien und Friaul auch nach Kärnten ein.

Die überfahrene Luchsin
Die überfahrene Luchsin(Bild: Paolo Molinari, Krone KREATIV)
Veterinärmediziner untersuchten die überfahrene Luchsin.
Veterinärmediziner untersuchten die überfahrene Luchsin.(Bild: Paolo Molinari, Krone KREATIV)
Paolo Molinari mit dem überfahrenen Luchs-Weibchen.
Paolo Molinari mit dem überfahrenen Luchs-Weibchen.(Bild: Paolo Molinari, Krone KREATIV)

„Auf dieser Ausbreitungsfront zählt jedes einzelne Tier. Junge Weibchen sind besonders wertvoll“, sagt Wildbiologe Paolo Molinari. Denn gerade die Weibchen entscheiden darüber, ob sich eine Population dauerhaft in neuen Gebieten etablieren kann.

Luchs in Kärnten

  • Der Eurasische Luchs zählt zu den seltensten Raubtieren Europas.
  • Kärnten liegt zwischen den Populationen in Slowenien, Italien und den Nordostalpen.
  • Wandernde Tiere werden immer wieder im Grenzgebiet zu Italien und Slowenien nachgewiesen.
  • Junge Luchse legen auf der Suche nach einem eigenen Revier oft hunderte Kilometer zurück.

Anhand der Fellzeichnung konnten die Forscher die Herkunft der Luchsin eindeutig klären. Sie wurde erst 2025 im Triglav-Nationalpark geboren und war in Italien bisher noch nie nachgewiesen worden. Offenbar befand sie sich auf ihrer ersten großen Wanderung durch die Alpen, als sie auf der Autobahn den Tod fand.

So traurig der Verlust ist, sehen die Experten darin auch ein Zeichen der Hoffnung. „Die Anwesenheit dieser jungen Luchsin zeigt, dass sich die Population ausbreitet und neue Lebensräume erschließt“, erklärt Molinari.

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