Landestheater Linz

Neue Spielzeit sucht „Zeichen und Wunder“

Oberösterreich
20.04.2026 14:30

Unter dem Motto „Zeichen und Wunder“ präsentiert Intendant Hermann Schneider seine elfte Spielzeit am Linzer Landestheater. Mit rund 40 Neuproduktionen ist das Bühnenpaket gut gefüllt, außerdem darf sich das Publikum über neue Musikmonitore freuen. Großer Start: Richard Wagners „Lohengrin“ ab 10. Oktober – die „Krone“ veröffentlicht den neuen Spielplan.

Krieg und Theater hatten schon immer ein ganz besonderes Verhältnis. Beide inszenieren Macht, Opfer und Emotionen. Und in Zeiten, in denen Waffen sprechen – wie bei den aktuellen Kriegen und Krisen auf der Welt –, antwortet das Theater mit Bildern, Stimmen und Geschichten.

„Wichtig ist, dass wir ein Zeichen geben und an das Wunder der Kunst, das Wunder einer Utopie glauben – das ist wichtiger denn je“, betont Hermann Schneider, Intendant des Landestheaters.

Darum habe man sich für „Zeichen und Wunder“ als Motto für die kommende Spielzeit 2026/27 entschieden. Ab Herbst stehen 40 Neuproduktionen auf dem Programm, darunter zehn Uraufführungen, fünf österreichische Erstaufführungen sowie zwei deutschsprachige Erstaufführungen.

„Wir erleben große Veränderungen – wirtschaftlich, gesellschaftlich, geopolitisch. Gerade deshalb braucht es klare Zeichen. Kultur ist mehr als Unterhaltung. Sie schafft Orientierung, eröffnet neue Perspektiven und stärkt den Zusammenhalt“, ist Landeshauptmann Thomas Stelzer vom Motto überzeugt.

KI-Motiv für „Lohengrin“ im Theaterprogramm
KI-Motiv für „Lohengrin“ im Theaterprogramm(Bild: Robert Josipovic)

Heilsversprechen und Machtmenschen
Um die aktuelle Epoche neuer Diktatoren zu thematisieren, startet die Opernsaison mit Richard Wagners „Lohengrin“ (Premiere 10. Oktober 2026). Ein Machtspiel rund um einen politischen Heilsbringer – in Zeiten, in denen sich Donald Trump per KI zum Heiland stilisiert. Ein „Stück der Stunde“, so Schneider, das in Kooperation mit dem Saarländischen Staatstheater produziert wird. Christoph Koncz wird am Pult des Bruckner Orchesters Linz stehen.

Ex-Schauspieldirektor kehrt für eine Produktion zurück
Im zeitgenössischen Opernprojekt „Vanishings“ (31. 10.), einer Fusion von Werken von Leoš Janáček und Thomas Adès, kooperiert das Landestheater mit Paris und Modena. Ebenfalls zu den „Stücken der Stunde“ zählt „Der gute Mensch von Sezuan“ (5. 6. 2027), ein Opernprojekt nach Bertolt Brecht. Für die Inszenierung kehrt Stepan Suschke, einstiger Schauspieldirektor, zurück.

Linzer Geschichten – und eine lange Nase
Die Schauspielsparte beginnt mit dem Stück „Linzer Torte mit Schlag“ (19. 9.): David Bösch, aktueller Schauspieldirektor, setzt damit seine Bearbeitung des Linzer Lokalkolorits fort. Ein starkes Zeichen geling mit einer österreichischen Erstaufführung von Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen – Was danach geschah“ (8. 5. 2027).

Mit „Marie Antoinette oder Kuchen für alle!“ bringt man eine Komödie auf die Bühne, die derzeit auf deutschen Bühnen boomt. Mit „Romeo und Julia“ (17. 10.) steht die wohl größte Liebesgeschichte der Welt auf dem Spielplan – in der klar wird: Der Tod lässt sich nicht austricksen. 

Das Junge Theater setzt u.a. die Klassiker-Shortcuts fort: Das Erfolgsformat widmet sich Cyrano und Don Quichotte. Mit Goethes „Werther“ (8. 11.) stellt man die Probe aufs Exempel, wie Gefühlskult und Leidenschaft heute beim jungen Publikum ankommen. Das Weihnachtsmärchen ist „Pinocchio“ (15. 11.).

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)
Es gibt in der Saison 2026/27 auch vier Wiederaufnahmen, darunter „Don Pasquale“ ab 18. 9..
Es gibt in der Saison 2026/27 auch vier Wiederaufnahmen, darunter „Don Pasquale“ ab 18. 9..(Bild: Robert Josipovic)

Großer Choreograph aus Spanien
Die Tanzsparte hat sich ein großes Projekt vorgenommen: Antonio Ruz, einer der profiliertesten Vertreter der zeitgenössischen Tanzszene in Spanien, entwickelt „Prometheus“ (13. 2. 2027). Ausgangspunkt ist Beethovens berühmtes Ballett, geschaffen für das Wiener Hofburgtheater. Markus Poschner, der seine letzte Saison in Linz bestreitet, wird das Bruckner Orchester dirigieren. „Ich möchte noch jeden Moment hier in Linz genießen“, sagt er.

Thomas Königstorfer (kaufmännischer GF), Matthias Davids (Musicalchef), Landeshauptmann Thomas ...
Thomas Königstorfer (kaufmännischer GF), Matthias Davids (Musicalchef), Landeshauptmann Thomas Stelzer, Nele Neitzke (Kinder- und Jugendtheater), David Bösch (Schauspiel), Markus Poschner (Chefdirigent), Intendant Hermann Schneider, Roma Janus (Leiterin Sparte Tanz).(Bild: PHILIP BRUNNADER)

Im Musical ragen zwei Produktionen heraus: Alanis Morissettes „Jagged Little Pill“ (14. 11.) , ein bejubeltes Jukebox-Musical, sowie „Matilda“ (11. 9.), eine Geschichte rund um ein starkes Mädchen mit vielen Tanznummern und großen Melodien.

Das Publikum bleibt König im Linzer Landestheater
Jeder der 1.200 Sitzplätze im Linzer Musiktheater wird in den nächsten Monaten mit einem neuen Sitzmonitor ausgestattet. „Da wird man nicht nur die Texte mitlesen können, sondern bekommt noch mehr Infos“, betont Thomas Königstorfer, kaufmännischer Geschäftsführer der Theater und Orchester GmbH. Er verrät: „Wir haben im ersten Halbjahr der laufenden Saison 77 Prozent Auslastung.“

Das ist ein sehr gutes Ergebnis – die Theatererlöse könnten sogar über jenen der beiden Vorjahre liegen. Theater boomt: Der neue Spielplan des Linzer Landestheaters liegt ab heute vor. Rund 70 Abonnements gehen in den Verkauf, ebenso Tickets für Einzelvorstellungen bis hin zur Silvestervorstellung.

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