Nach Protesten & Toten

Massenabschiebungen: Trumps ICE-Chef tritt zurück

Außenpolitik
17.04.2026 06:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Unter seiner Leitung führte die US-Einwanderungsbehörde massenhafte Festnahmen und Abschiebungen durch. Jetzt tritt ICE-Chef Todd Lyons (52) zurück.

In einer Erklärung bezeichnete Markwayne Mullin (48), US-Minister für innere Sicherheit, Lyons als „großartigen Leiter der ICE und Schlüsselfigur bei der Unterstützung der Trump-Regierung dabei, Mörder, Vergewaltiger, Pädophile, Terroristen und Bandenmitglieder aus amerikanischen Gemeinden zu entfernen.“ Lyons’ letzter Tag bei ICE sei der 31. Mai, sagte Mullin.

Wechsel in die Privatwirtschaft?
Hinter den Kulissen erzählen Beamte laut mehreren US-Medien, Lyons habe Kollegen gesagt, er wolle ICE verlassen und mehr Zeit mit seiner Familie und vor allem seinen zwei Söhnen im US-Bundesstaat Massachusetts verbringen. Es werde damit gerechnet, dass Lyons schließlich in die Privatwirtschaft wechsle.

(Bild: (C) 2024 Lawrey Anstis)

Nachfolger noch unklar
US-Präsident Donald Trump hatte Lyons im März 2025 zum Interimsdirektor der Einwanderungsbehörde ernannt. Mullin, der Ende März die Nachfolge der umstrittenen Heimatschutzministerin Kristi Noem angetreten hatte, nannte weder einen Grund für Lyons‘ Rücktritt, noch äußerte er sich zu dessen Nachfolge.

Zwei Tote bei ICE-Einsätzen
Unter Trump haben die Einwanderungsbehörden eine beispiellose Kampagne zur Abschiebung von Millionen Migranten ohne gültige Aufenthaltstitel gestartet. Das Vorgehen der Einsatzkräfte hat in den USA massive Proteste ausgelöst – insbesondere nach den tödlichen Schüssen auf die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti im Jänner. Ein ehemaliger Ausbildner gab unlängst Einblick, welche Missstände bei der Einwanderungsbehörde herrschen.

Kritik an „Gestapo“-Methoden
Bei einer Anhörung im Kongress im Februar sah sich Lyons scharfer Kritik von demokratischen Abgeordneten ausgesetzt, die den Einsatz seiner Behörde teils mit „Gestapo“-Methoden verglichen. Lyons wies diese Vorwürfe bereits damals entschieden zurück und verteidigte den Kurs der Trump-Regierung, insbesondere die verschärfte Abschiebepolitik.

Am Donnerstag hatte Lyons vor einem Unterausschuss des Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses ausgesagt. Dort musste er Fragen von Abgeordneten u.a. zur beispiellosen Zahl von Todesfällen in ICE-Gewahrsam und zu den künftigen Plänen der Behörde hinsichtlich der Haftkapazitäten beantworten. 

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