Massiver Spardruck

2000 Stellen futsch! Personal-Beben bei der BBC

Medien
15.04.2026 19:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die britische BBC hat gegenüber Mitarbeitern einen wahren Kahlschlag angekündigt. Bei dem öffentlich-rechtlichen Sender sollen 2000 Arbeitsplätze wegfallen. Das Gebührensystem steht zudem seit Längerem auf der Kippe.

Das berichteten mehrere britische Medien unter Berufung auf Teilnehmer einer Mitarbeiterversammlung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Großbritannien. Zur Einordnung: Die BBC beschäftigt insgesamt etwa 22.000 Mitarbeiter. Die Maßnahme ist demnach Teil von Bemühungen, innerhalb der kommenden drei Jahre zehn Prozent Ausgaben einzusparen. Die BBC leidet schon seit geraumer Zeit unter großem Spardruck und musste immer wieder schmerzhafte Abstriche machen.

Erst im Februar hatte die Mutter der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten angekündigt, Kürzungen in Höhe von 600 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 690 Mio. Euro) vornehmen zu wollen – etwa ein Zehntel der jährlichen Ausgaben. Das Finanzierungsmodell der BBC über verpflichtende Beiträge ist seit längerem stark umstritten. Die Einnahmen aus Rundfunkgebühren gehen zurück. Die Gebühr beträgt 174,50 Pfund (rund 200 Euro) pro Jahr.

Immer wieder massive Kritik
Die konservative Vorgängerregierung, die der BBC Linkslastigkeit vorwarf, hatte Beitragserhöhungen zuletzt für zwei Jahre ausgesetzt. Zudem gab es Pläne, die Beiträge ganz abzuschaffen und stattdessen ein Abo-Modell einzuführen wie beim Streamingdienst Netflix.

Auch unter der aktuellen Labour-Regierung wird eine grundlegende Reform der Finanzierung diskutiert. Die BBC ist außerdem mit einer Verleumdungsklage von US-Präsident Donald Trump konfrontiert.

Trump hatte die BBC auf insgesamt zehn Milliarden US-Dollar (8,48 Mrd. Euro) verklagt. Hintergrund der Klage, die bei einem Gericht in Florida einging, ist ein Streit um den Zusammenschnitt von Ausschnitten einer Rede Trumps vom 6. Jänner 2021, den der Sender für die Sendung „Panorama“ verwendet hatte. An diesem Tag war in der US-Hauptstadt Washington das Kapitol gewaltsam gestürmt worden.

Ausgestrahlt wurde die Sendung kurz vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2024. Als Verhandlungsstart ist Februar 2027 gesetzt.

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