Neue Eisenstädter 1982

Schatten der Vergangenheit: Start nach WBO-Skandal

Burgenland
15.04.2026 06:00

Heute, Mittwoch, gehen die Befragungen in der Causa „Neue Eisenstädter“ in die elfte Runde. Wenigen ist bekannt, dass der gemeinnützige Wohnbau schon einmal Gegenstand eines U-Ausschusses des Landtages war. Die dubiosen Machenschaften von damals lesen sich nicht nur wie ein Krimi, sie waren auch einer.

Anfang der 1980er-Jahre sorgte der Skandal rund um die Wohnbau Ost (WBO) für heftige politische Konflikte. Schon Ende der 1970er-Jahre hatten sich Hinweise auf grobe Unregelmäßigkeiten in der Wohnbaugenossenschaft, die stark unter dem Einfluss der ÖVP stand, verdichtet. Interne Prüfungen deckten fehlende Millionenbeträge und zwielichtige Geldflüsse auf, gespickt mit dem Verdacht illegaler Parteienfinanzierung.

Millionen an Schilling weg
Hunderte Millionen der Altwährung Schilling sind ohne nachvollziehbaren Gegenleistungen verschwunden. Tausende Siedler bangten um ihre Existenz. In Zeitungsberichten war von „vernichtenden Urteilen“ der Prüfer und einem „Versagen von Vorstand und Aufsichtsrat“ die Rede. Der damalige ÖVP-Landeshauptmann-Stellvertreter trat zurück. Für einige Verantwortliche klickten sogar die Handschellen.

Haft für Obmann Ernst Rauchwarter
Eine zentrale Rolle hatte ÖVP-Landtagsabgeordneter und WBO-Obmann Ernst Rauchwarter gespielt, der im Zuge einer Anzeige und Strafverfolgung nach § 153 StGB Untreue zehn Jahre Haft ausgefasst hatte – später wurde das Urteil abgemildert. So wie Rauchwarter sind weitere Beschuldigte aus dem Umfeld der ÖVP rechtskräftig verurteilt worden.

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Der WBO-Skandal, der die Wogen nicht nur im Burgenland hochgehen ließ, gilt übrigens bis heute als eine der größten Wirtschafts- und Polit-Affären der Zweiten Republik. 1982 gab es sowohl einen Untersuchungsausschuss im Burgenländischen Landtag als auch einen im Parlament.

Verbindung zu „Neue Eisenstädter“
Untrennbar mit dem WBO-Skandal verbunden ist die Entstehung der Neuen Eisenstädter. „WBO-,Erbschaft’ ist endgültig geregelt“, lautete der Titel eines Artikels in der SPÖ-Wochenzeitung BF im Dezember 1982. Inhaltlich ging es um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für die Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft durch die Landesregierung mit dem einstigen Landeshauptmann Theodor Kery. „Die Nachfolge der Wohnbau Ost war besiegelt. Der Wiederbeginn mit der Neuen Eisenstädter hing eng mit dem U-Ausschuss zusammen“, lautete das kurze Fazit.

Mehr als 40 Jahre später ist die grundlegende Thematik der wichtigsten Fragen erstaunlich ähnlich geblieben – Kontrolle, Transparenz und die Rolle wirtschaftlicher Interessen im gemeinnützigen Wohnbau. Im Vergleich zu heute standen damals allerdings vor allem kriminelle Machenschaften im Fokus.

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