Der US-Präsident hat angekündigt, die Straße von Hormuz nun selbst blockieren zu wollen. Er habe die US-Marine angewiesen, Schiffe abzufangen, die dem Iran eine Gebühr für die Durchfahrt der wichtigen Handelsroute entrichtet haben. Zuvor waren die historischen Verhandlungen in Pakistan gescheitert.
Niemand, der eine „illegale Maut“ entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Die Marine werde mit sofortiger Wirkung damit beginnen, alle Schiffe an der Ein- oder Ausfahrt aus der Meerenge zu hindern, schrieb Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social. Andere – namentlich nicht genannte – Länder würden die USA dabei unterstützen.
Spricht von „Welterpressung“
Außerdem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen zerstören zu lassen. Trump begründete den Schritt mit entsprechenden Drohungen aus Teheran und sprach von „Welterpressung“. Zugleich stellte der Präsident in Aussicht, dass die Blockade wieder gelockert werden könne, sollte die Durchfahrt für alle Schiffe uneingeschränkt möglich sein.
Der US-Präsident will dadurch wohl den Geldfluss an den Iran blockieren. Wie dadurch mehr Öl auf den freien Markt gelangen soll, um eine drohende Knappheit zu entschärfen, blieb zunächst unklar.
Trump drohte außerdem mit Vergeltung. „Jeder Iraner, der auf uns oder auf friedliche Schiffe schießt, wird zur Hölle gejagt“, schrieb er. Dem Schritt vorangegangen waren gescheiterte Friedensverhandlungen in Pakistan.
Hochrangige Vertreter der USA und des Iran hatten am Samstag in Islamabad unter pakistanischer Vermittlung Gespräche geführt. US-Vizepräsident JD Vance erklärte die Gespräche aber Sonntagfrüh nach einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon für vorerst gescheitert. Der Iran gab den USA die Schuld für das Scheitern der Gespräche, schloss weitere Verhandlungen aber nicht aus. US-Vizepräsident JD Vance wiederum sagte, der Iran habe die Bedingungen der USA nicht akzeptiert – man lasse einen Vorschlag zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle.
Präsident pocht nach Telefonat mit Putin auf Völkerrecht
Eine Einigung sei nicht in weiter Ferne, sollten die USA „in den Rahmen des Völkerrechts zurückkehren“, sagte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian – ausgerechnet nach einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Größtes Hindernis für eine Einigung im derzeitigen Konflikt seien die „Doppelstandards der USA“ sowie ihr machtpolitischer Anspruch, so Pezeshkian laut Medienberichten.
Die Gespräche in Pakistans Hauptstadt galten trotz ausgebliebener Einigung als historisch. Sie waren laut „New York Times“ das hochrangigste direkte Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans seit der Islamischen Revolution im Iran 1979. Verhandlungsleiter für die USA war Vizepräsident JD Vance, für die Islamische Republik Parlamentspräsident Mohammed Baqer Qalibaf.
Straße von Hormuz bleibt Knackpunkt
Iranischen Medienberichten zufolge soll es den größten Streit bei Fragen rund um die Straße von Hormuz gegeben haben. Der Iran beansprucht seit den US-Angriffen die Kontrolle der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman und plant die Einführung eines Mautsystems.
Die USA hingegen fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr – wie es auch vor dem Krieg der Fall war. Die Öffnung der vom Iran faktisch blockierten Meerenge ist neben der Verhinderung einer iranischen Atombombe ein zentrales Anliegen der USA. Trumps Ankündigung dürfte weiter Öl ins Feuer gießen.
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